Gute Bilanz 2005
Österreichische OMV kauft sich in Türkei ein

Die österreichische Energieversorgungsgesellschaft OMV kauft 34 Prozent der Anteile am führenden türkischen Energieversorger Petrol Ofisi. Sie zahlt dem bisherigen Mehrheitsbesitzer, der Dogan Holding, dafür umgerechnet 884 Mill. Dollar. Im Verwaltungsrat des Unternehmens haben Dogan und OMV künftig gleich viele Stimmen. OMV kann sich den Zukauf dank guter Geschäfte in 2005 leisten.

oli/HB WIEN. Bezahlen will die dank hoher Ölpreise und erfolgreicher Akquisitionen gut verdienende OMV den Zukauf mit Mitteln, die sie im laufenden Geschäft erwirtschaftet, sowie mit Krediten. Er erwarte, dass der Kauf Mitte des Jahres abgeschlossen werden kann, sagte der stellvertretende OMV-Generaldirektor Gerhard Roiss dem Handelsblatt. Mit Bedenken seitens der Wettbewerbsbehörden rechnet er nicht.

OMV hat 2005 seinen Jahresüberschuss auf 1,5 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Das bereinigte Betriebsergebnis sei um 129 Prozent auf 2,31 Mrd. Euro gestiegen, teilte das größte österreichische Unternehmen am Dienstag mit. Der Konzernumsatz wurde 2005 um 59 Prozent auf 15,58 Mrd. Euro gesteigert. Die Dividende an die Aktionäre werde von 44 auf 90 Cent je Aktie mehr als verdoppelt, gab der OMV-Vorstand bekannt.

Neben dem Angebot am Tankstellenmarkt sei Petrol Ofisi mit ihren Seefrachtterminals in den Ländern rund um die Türkei ein „strategisch wichtiger Brückenkopf“ für die rohstoffreichen Regionen des Kaspischen Raumes, hieß es zur Begrümndung des Kaufs. Langfristig könne der Zukauf auch dazu führen, dass Energie aus Reserven, über die Petrol Ofisi verfügt, nach Westeuropa exportiert werde, sagte Roiss. Kurzfristig allerdings will die OMV vom raschen Wachstums des türkischen Mineralölmarktes profitieren. Roiss schätzt, dass sich der Verbrauch dort bis zum Jahr 2015 von derzeit 31 auf 40 Mill. Tonnen erhöhen wird.

Hier steigt der Verbrauch mit dem Verkehr: Während von 1 000 Österreichern jeder zweite über ein Auto verfügt, sind es in der Türkei nur 66. Der zunehmende Wohlstand und die wachsende Rechtssicherheit, die mit der Perspektive eines EU-Beitritts einhergehen, waren für die OMV-Entscheidung ausschlaggebend. „Wir sind immer ein wenig vor der EU da“, sagte Roiss.

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