Gute Entwicklung im Ausland
Nike übertrifft Erwartungen

Angesichts stagnierender Einkommen und fallender Immobilienwerte gehört Sportausrüstung gegenwärtig nicht gerade zu Prioritätskäufen amerikanischer Verbraucher. Nike, der weltweit führende Anbieter von Sportartikeln, zeigt mit den Zahlen für sein erstes Geschäftsquartal 2008, dass Internationalisierung das beste Rezept gegen Schwierigkeiten auf dem Heimatmarkt ist.

je WASHINGTON. Im ersten Quartal wuchs der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent auf 4,7 Mrd. Dollar, der Reingewinn stieg gleichzeitig um 51 Prozent auf knapp 570 Mill. Dollar oder 1,12 Dollar pro Aktie. Analysten rechneten im Schnitt mit 4,6 Mrd. Dollar Erlösen und 87 Cents pro Aktie Nettogewinn.

Die hohe Gewinnsteigerung kam indessen zum Teil durch Nutzung von Verlustvorträgen aus dem Ausland zustande; sie trug 20 Cents pro Anteil zum Reingewinn bei. In der regionalen Geschäftsentwicklung waren die USA mit plus drei Prozent bei den Bestellungen erwartungsgemäß am schwächsten. Europa einschließlich Mittelost und Afrika, wuchs um 17 Prozent, Lateinamerika um ein Fünftel.

Die Erlöse wuchsen im Quartal in den USA um zwei Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar, in Europa um 16 Prozent auf 1,5 Mrd. Dollar, in Asien um 22 Prozent auf 631 Mill. Dollar und in Lateinamerika um 15 Prozent auf 280 Mill. Dollar. Schon im vergangenen Geschäftsjahr 2007 kamen nur noch gut 37 Prozent der Nike-Erlöse aus den USA. Das waren rund zehn Prozent weniger als fünf Jahre früher. Goldman Sachs-Analystin Margaret Mager rechnet damit, dass Nike international weiter Marktanteile gewinnen wird. Neben wachsendem Absatz profitiert Nike dabei ebenfalls von der Umrechnung von Auslandswährungen in den schwächeren Dollar.

In den USA drückt neben dem allgemeinen Pessimismus der Verbraucher der zunehmend harter Preiswettbewerb auf das Geschäft. Überdies zeigte sich erneut, dass Nikes Fixierung auf Sportgrößen als Promoter für ihre Produkte auch Nachteile hat. Der Skandal um den Football-Quarterback Michael Vick, der Kampfhunde für illegale Wettbewerbe abrichtete und deshalb von der Football-Liga suspendiert wurde, zwang Nike, eine geplante Produktserie mit seinem Namen aus dem Programm zu nehmen.

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