Gute Geschäfte - schwacher Ausblick: Puma enttäuscht die Anleger

Gute Geschäfte - schwacher Ausblick
Puma enttäuscht die Anleger

Nach Rekordmarken 2004 will der Sportartikelhersteller Puma in diesem Jahr weiter wachsen. Vorstandschef Jochen Zeitz kündigte Steigerungsraten „im mittleren bis oberen einstelligen Bereich“ bei Umsatz und Gewinn an. Die Auftragsbestände seien im neunten Jahr in Folge gewachsen und lagen zum Jahresende 2004 erstmals über 800 Millionen Euro. Das Lizenzgeschäft solle ebenfalls weiter wachsen. Insgesamt wird das Wachstum wohl schwächer als bislang ausfallen.

HB HERZOGENAURACH. Nach dem sechsten Rekordgewinn in Folge stellt sich der Sportartikelhersteller Puma auf ein langsameres Umsatz- und Ergebniswachstum ein. Im vergangenen Jahr legte der Überschuss um nahezu die Hälfte und die Erlöse um ein Fünftel zu. Für 2005 rechnet das Unternehmen nur noch mit Zuwächsen im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich. Damit läge Puma aber immer noch über seinen ursprünglichen langfristigen Zielen, wie Konzernchef Jochen Zeitz am Montag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Herzogenaurach betonte.

An der Börse sorgten die Unternehmensnachrichten für eine Berg- und Talfahrt der Puma-Aktie. Die im Mittelwerte-Index MDax notierten Papiere schlossen 3,7 Prozent tiefer auf 182,95 Euro, nachdem sie am Nachmittag noch knapp zwei Prozent höher tendiert hatten. Händler führten den Kurseinbruch auf Äußerungen des Unternehmens auf einer Analystenkonferenz zurück, die zuvor positiv aufgenommene Orderzahlen relativiert hätten. Zudem fiel die Erhöhung der Dividende auf einen Euro von zuvor 70 Cent geringer aus als erwartet.

Puma profitiert seit Jahren vom Boom bei Sportmode, die auch in der Freizeit getragen wird. Branchenexperten fragen sich allerdings seit geraumer Zeit, wie lange der kleinere Konkurrent von Adidas seine starken Wachstumsraten halten kann. Puma setzte 2004 - wie vom Unternehmen selbst in Aussicht gestellt - mit 1,530 Milliarden Euro 20 Prozent mehr um als im Vorjahr. Der Zuwachs beim Überschuss, der um 43,5 Prozent auf 257,3 Millionen Euro zulegte, lag über dem von Puma vorausgesagten Anstieg von 35 bis 40 Prozent.

„Der Bericht ist definitiv positiv“, sagte Christoph Dolleschal, Analyst bei der Dresdner Bank. „Die Prognose ist am Anfang des Jahres immer vorsichtig und konservativ, das sollte also keine Überraschung sein.“ Im Laufe des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen seinen Geschäftsausblick mehrfach angehoben.

Auftragsbestand im Blick

Die Auftragsbestände lagen Ende 2004 über 800 Millionen Euro und somit knapp 18 Prozent über Vorjahr. Dazu hätten alle Regionen und Bereiche beigetragen, sagte Konzernchef Zeitz. Finanzdirektor Dieter Bock erläuterte anschließend auf einer Analystenkonferenz, in der Zahl zum Auftragsbestand zum Jahresende, die normalerweise Orders zur Lieferung bis Juni enthalte, sei diesmal bereits ein Auftrag zur Lieferung im Juli 2005 enthalten. Ein Händler sagte dazu: „Es hat sich auf dem Conference Call gezeigt, dass das zweistellige Plus beim Auftragsbestand nicht überzubewerten ist.“

Puma will die nächste Phase seiner Konzernstrategie bereits 2006 und damit ein Jahr früher als zunächst geplant einleiten. „Insgesamt sind wir mit dem vierten Quartal und den Ergebnissen des Gesamtjahres 2004 äußerst zufrieden und somit dem Abschluss der Phase III unserer langfristigen Unternehmensplanung einen entscheidenden Schritt näher gekommen“, sagte Puma-Chef Zeitz. Details dazu sollten in der zweiten Jahreshälfte veröffentlicht werden. Auf Grund der starken Ertragskraft und des hohen Cash Flow verfüge Puma über eine gut gefüllte Kasse, die dem Unternehmen alle Optionen für die Zukunft ermögliche, fügte er auch mit Blick auf mögliche Akquisitionen hinzu.

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