Gute Noten für deutsche Energiekonzerne
RWE und Eon informieren am besten

Transparenz, persönliche Gespräche und tiefe Information wünschen sich Analysten von börsennotierten Unternehmen. In Deutschland haben diese Anforderungen im vergangenen Jahr wieder einmal die beiden größten Energieversorger RWE und Eon am besten erfüllt.

DÜSSELDORF. Die beiden Energiekonzerne bekamen im nationalen Ranking der renommierten Institutional Investor Research Group (IIRG) aus London die besten Noten für die Kommunikation mit Investoren.

Die IIRG befragte 836 Analysten aus europäischen Banken und Brokerhäusern nach ihren Erfahrungen mit der Investor-Relations-Arbeit europäischer Unternehmen. RWE holte in der Untersuchung, die sich auf 2007 bezieht, bereits zum vierten Mal in Folge des Spitzenplatz unter den deutschen Firmen. Diese Erfolgsreihe dürfte auch an der hohen Reputation gelegen haben, die Ex-RWE-Chef Harry Roels am Finanzmarkt genoss. Roels war im Oktober 2007 als RWE-Vorstandschef durch Jürgen Großmann ersetzt worden.

Eon verteidigte den im vergangenen Jahr eroberten zweiten Rang. Deutliche Fortschritte bei den Investorenkommunikation machten Daimler und BASF: Sie schafften im Vergleich zu 2006 in dem Ranking einen kräftigen Sprung nach vorn unter die Top zehn.

Die Analysten bewerteten die Investorenkommunikation der Firmen anhand mehrerer Faktoren: Transparenz und Qualität der Finanzberichte, Websites und Conference Calls sowie Qualität und Schnelligkeit bei der Beantwortung von Detailfragen.

Ein weiteres wichtiges Bewertungskriterium war der Zugang zum Topmanagement der Firmen. Das persönliche Gespräch mit dem Topmanagement wird für Analysten immer wichtiger. Sie erhoffen sich davon nicht nur detaillierte Informationen zum Geschäft und zur Strategie. Sie wollen durch den persönlichen Kontakt auch die Qualität des Managements und der Personen besser einschätzen können.

Dies spielt bei der Bewertung der Firmen mittlerweile eine beträchtliche Rolle, wie zuletzt eine Befragung von 200 Analysten und institutionellen Investoren durch die Universität St. Gallen zeigte. "Die Finanzgemeinde legt enorm hohen Wert auf persönliche Eindrücke von einem Management-Team, um einen realistischen Eindruck von den handelnden Personen zu bekommen", heißt es in dieser Untersuchung. Es werde erwartet, dass das Management den Austausch mit den Kapitalmarktteilnehmern sucht - bis hin zu Einzeltreffen mit Investoren. Dies ist zuerst ein Job für die Vorstandschefs und die Finanzvorstände, manche Analysten fordern aber auch Gespräche mit Bereichs- oder Linienleitern.

Die deutschen Konzernchefs schneiden im europäischen Personenranking der Institutional Investor Research Group gut ab. Continental-Chef Manfred Wennemer wurde hinsichtlich der Kapitalmarktkommunikation als "Best CEO" der Automobilindustrie ausgezeichnet. In der Chemieindustrie sind die deutschen Unternehmen praktisch ungeschlagen: Als "Best CEO" benannten die Analysten BASF-Chef Jürgen Hambrecht. Die insgesamt beste Investor-Relations-Arbeit macht in der europäischen Chemiebranche aus ihrer Sicht aber Lanxess, die aus der Abspaltung mehrerer Sparten des Bayer-Konzerns entstanden ist. Im Konsumgütermarkt holte diesen Titel auf europäischer Ebene Henkel. Siemens landete auf Platz eins bei den Elektroausrüstern.

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