Gute Quartalszahlen auf der Hauptversammlung verkündet
Bayer streicht weniger Stellen als geplant

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer wird im laufenden Jahr in Deutschland 750 Stellen abbauen, weniger als ursprünglich geplant. Vorstandsvorsitzender Werner Wenning sagte am Freitag auf der Hauptversammlung in Köln weiter, ursprünglich sollten 1 700 Stellen entfallen.

HB KÖLN. Grund für das geringere Ausmaß des Stellenabbaus sei die verbesserte Kapazitätsauslastung. Nach der Trennung von verlustbringenden Sparten hat der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer ein gutes erstes Quartal hingelegt. Damit hat der Vorstand für die Hauptversammlung einen Trumpf in der Hand. "Uns ist ein sehr erfreulicher Start ins Jahr 2005 gelungen", sagte Wenning. Vor allem die Chemie- und Kunststoff-Sparte verdienten operativ deutlich mehr. Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen - wie Restrukturierungskosten - habe nach den vorläufigen Zahlen im fortgeführten Geschäft um 50,1 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro zugenommen. Analysten hatten im Durchschnitt 862 Millionen Euro erwartet.

Der Konzernumsatz im fortgeführten Geschäft - also ohne die in die Lanxess AG abgeschobenen Unternehmensteile - habe um 15,7 Prozent auf 6,704 Milliarden Euro zugenommen. Den Konzernüberschuss gab Bayer für das erste Quartal mit 652 Millionen Euro an, ein Plus von 56 Prozent. Analysten hatten lediglich 342 Millionen Euro prognostiziert. Den vollständigen Quartalsbericht will Bayer am 10. Mai veröffentlichen.

Der Konzern bekräftigte, der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im verbliebenen Geschäft solle 2005 um 20 Prozent zulegen. Beim Umsatz peilt der Konzern weiter ein währungs- und portfoliobereinigtes Plus von über fünf Prozent auf mehr als 25 Milliarden Euro an.

Bayer hat mit dem Börsengang von Lanxess im Januar den größten Konzernumbau seiner Geschichte abgeschlossen. Dabei hatte sich Bayer vom Großteil seines Chemiegeschäfts und von etwa einem Drittel seiner Kunststoffaktivitäten getrennt. Mit diesem Schachzug war Bayer etliche Verlustbringer losgeworden.

Bayer will sich nach Neuausrichtung auf Bereiche beschränken, in denen der Vorstand starkes Wachstum erwartet: die Sparten Gesundheit inklusive Pharma (HealthCare), Pflanzenschutz (CropScience) sowie Kunststoffe und Chemie (Material Science).

Die stärksten Umsatz- und Ergebniszuwächse gelangen Bayer im Chemie- und Kunststoffbereich Bayer Material-Science. Bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie um Währungsschwankungen seien die Erlöse um 34 Prozent gestiegen. Das bereinigte Ebit habe sich sogar verdreifacht. Im Pflanzenschutzgeschäft Crop-Science habe der Konzern trotz schwieriger Klimabedingungen das Ebit weiter erhöht. Auch die Gesundheitsparte Health-Care habe einen geringen Ergebniszuwachs erzielt.

Bereits am Vortag hatte der Chemie-Konkurrent BASF ebenfalls über einen kräftigen Gewinnanstieg im ersten Quartal berichtet und mit seinen Zahlen ebenfalls die Analystenprognosen übertroffen.

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