Gute Zahlen
ABB macht wenig Mut

Der Technologiekonzern hat 2008 beim Umsatz und Betriebsgewinn neue Höchstmarken erreicht. Nach drei starken Quartalen spürte der Konzern den Wirtschaftsabschwung im vierten Quartal allerdings deutlich.

HB ZÜRICH. Die Rezession hat nun auch den Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB eingeholt. Weil die Kunden Investitionen aufschieben, musste der weltweit führende Produzent von Anlagen zur Stromübertragung und-verteilung in den letzten Monaten 2008 einen Ordereinbruch hinnehmen.

Über Jahre hatte der Siemens-Konkurrent, der als relativ resistent gegen Konjunkturschwankungen gilt, mit kräftigen Zuwächsen geglänzt. Nun dreht das Unternehmen an der Kostenschraube und hofft, dass die Konjunkturprogramme in wichtigen Märkten die Geschäfte wiederbeleben.

Wie ABB am Donnerstag mitteilte, fielen die Neubestellungen im Schlussquartal um ein Fünftel auf 7,2 Mrd. Dollar. "Der Auftragseingang ist zurückgegangen, weil Kunden Projekte aufgeschoben oder ihre Investitionsausgaben reduziert haben", erklärte der seit September amtierende Konzernchef Joe Hogan, der vom US-Rivalen General Electric (GE) gekommen war. Vor allem in Schwellenländern, die bisher das Wachstum antrieben, stellten Kunden ihre Bestellungen zurück. Auch aus dem Schiffbau sowie aus der kriselnden Auto- und der Bauindustrie kämen weniger Aufträge.

Der Quartalsumsatz stieg jedoch um fünf Prozent auf 9,14 Mrd. Dollar, da ABB vom dicken Auftragspolster der Vergangenheit profitierte. Der Gewinn sackte aber um 88 Prozent auf 213 Mio. Dollar ab. Das war auch eine Folge von Sonderfaktoren wie Rückstellungen für Kartellstrafen und Kostensenkungsschritte von insgesamt 870 Mio. Dollar.

Konzernchef Hogan stellt sich auf härtere Zeiten ein. Das Aktienrückkaufprogramm wird ausgesetzt. Ein Effizienzprogramm soll 1,3 Mrd. Dollar Einsparungen bringen. Das Management werde sich 2009 darauf konzentrieren, schnell auf die geänderten Marktbedingungen zu reagieren. Ein Kahlschlag beim Personal sei aber nicht geplant. Mit 5,4 Mrd. Dollar in der Kasse gehört ABB zu den am besten ausgestatteten Unternehmen der Branche.

"Der Ausblick für den restlichen Jahresverlauf 2009 bleibt unklar", erklärte Hogan. Am weltweiten Bedarf habe sich grundsätzlich nichts geändert. In den Schwellenländern müsse Strom-Infrastruktur aufgebaut und in den Industrieländern erneuert werden. Es sei aber nicht einzuschätzen, wann die die Kunden ihre Projekte wieder finanzieren können. Zudem sei unklar, wann die verschiedenen staatlichen Konjunkturprogramme greifen. Analysten zufolge dürfte ABB eines der Unternehmen sein, das am stärksten von diesen Programmen profitieren dürfte. Alleine die neue US-Regierung will 32 Mrd. Dollar in die Stromnetze des Landes stecken. Hier ist ABB Marktführer. Auch in China stehen massive Investitionen an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%