Gute Zahlen
Kraftwerks- und Bahnbauer Alstom behauptet sich

Der französische Kraftwerksbauer und Bahntechnik-Hersteller Alstom hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2008 seinen Umsatz gesteigert. Auch wenn die Aufträge in einigen Geschäftsbereichen zurückgingen, blicken die Franzosen optimistisch in die Zukunft.

PARIS. Der französische Kraftwerksbauer und Bahntechnik-Hersteller Alstom hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2008, das am 31. Dezember endete, seinen Umsatz gesteigert, die Erwartungen der Analysten aber verfehlt. Wie das in Paris ansässige Unternehmen mitteilte, kletterten die Erlöse auf 4,56 Mrd. Euro nach 4,11 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Mittel mit Erlösen von 4,81 Mrd. Euro gerechnet.

Beim Auftragseingang verzeichnete das Alstom zwar einen Rückgang um 13 Prozent auf 6,12 Mrd. Euro, lag damit aber noch über den Erwartungen der Analysten. Diese hatten mit Aufträgen im Wert von 5,64 Mrd. Euro erwartet. Das Unternehmen selbst bezeichnete das Auftragsvolumen als "sehr zufriedenstellend". Der Kraftwerksbereich habe in den ersten neun Monaten des zum 31. März endenden Geschäftsjahres mit einem Auftragseingang von rund zehn Mrd. Euro das Ergebnis des Vorjahres wiederholt. Auch das dritte Quartal liege mit 2,5 Mrd. Euro im Bereich der Erwartungen.

Das Bahngeschäft, in dem Alstom unter anderem mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV und seinem Nachfolgemodell AGV im weltweiten Wettbewerb antritt, hat Unternehmensangaben zufolge im Vergleich zum Vorjahr bei einem Auftragseingang von 7,4 Mrd. Euro sogar um ein Fünftel im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres zugenommen. Der langfristige Ausblick sei weiterhin positiv, teilte das Pariser Unternehmen mit und bestätigte seine mittelfristige Prognose. Alstom rechnet wie bisher mit einer operativen Marge bis März 2010 von rund neun Prozent. Dabei werde der Kraftwerksbereich zehn bis elf Prozent Rendite erwirtschaften, das traditionell margenschwache Bahngeschäft sieben bis acht Prozent.

Kurzfristig erwartet Alstom-Chairman und-CEO Patrick Kron, dass sich die Nachfrage in den Segmenten "Transport" und "Power Service" - Betrieb und Wartung von Kraftwerken - weiter gesund entwickeln werde. Der Bereich "Power Systems", also der Kraftwerksbau, könnte hingegen durch Projektverschiebungen belastet werden, sagte Kron mit Blick auf die Finanz- und Wirtschaftskrise. Jedoch bleibe der längerfristige Ausblick auf die Märkte von Alstom günstig.

Die Erwartungen der Analysten hat insbesondere der Auftragseingang übertroffen. Die Experten von Cheuvreux erwarten aber, dass die Geschäfte des Unternehmens in der Zukunft deutlich schlechter laufen und die Ertragslage schwächer wird. Ähnlich bewerten auch die Dexia-Analysten die Situation: Alstom habe im dritten Quartal zwar "sehr anständige" Auftragseingänge verzeichnet, es sei aber zu befürchten, dass der Ordereingang in den nächsten Quartalen zurückgehe. Da das Unternehmen über eine starke Bilanz, attraktive Endmärkte und einen beeindruckenden Auftragsbestand verfüge, behielten die Dexia-Analysten die Empfehlung "Neutral" aber bei.

Am Markt schien sich die Freude über die gute Auftragslage durchzusetzen: Die Alstom-Aktie gewann an der Pariser Börse bis zum Nachmittag mehr als sieben Prozent und kam über 36 Euro. JP Morgan nannte als Kursziel sogar 55 Euro.

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