Gutes 2006, schwieriges 2007
ZF Friedrichshafen stellt sich auf härtere Zeiten ein

Deutschlands drittgrößter Autozulieferer ZF Friedrichshafen ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Doch die Probleme nehmen zu und die Geschäftsaussichten entsprechend ab.

HB STUTTGART. ZF werde zwar 2007 wachsen, sagte der scheidende Vorstandschef Siegfried Goll am Donnerstag in Stuttgart bei der Präsentation des Jahresabschlusses. 7 Prozent Umsatzplus wie in den Jahren 2005 und 2006 seien voraussichtlich aber nicht mehr möglich. „Die Märkte sind zum Teil verhalten, die nachlassende Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen sowie die Probleme der drei großen Autohersteller in den USA werden uns treffen“, sagte Goll in Hinblick auf General Motors, Ford und Chrysler. Die Rohstoffkosten blieben hoch, eine Kostenteilung mit den Kunden werde aber angestrebt.

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch spürt bereits in diesem Jahr mehr Gegenwind und geht wegen gestiegener Preise für Aluminium und Kupfer von Ergebniseinbußen im Kfz-Geschäft aus. ZF ist hinter Bosch und Continental die Nummer drei der deutschen Autozulieferer.

Im zu Ende gehenden Geschäftsjahr profitierte ZF noch von der guten Nutzfahrzeug-Nachfrage und den höheren Exporten der Pkw-Hersteller. Gefragt waren vor allem Automatikgetriebe, Achsen und Fahrwerkstechnik. „Es war ein gutes Jahr“, zog Vorstandschef Goll vor seiner Amtsübergabe an Hans-Georg Härter Bilanz. Das im Stiftungsbesitz befindliche Unternehmen werde 2006 beim Umsatz voraussichtlich um 7 Prozent auf 11,64 Mrd. Euro zulegen. Auch die zuletzt bei 2,3 Prozent liegende Gewinnmarge werde steigen. Zielmarke von ZF ist seit längerem eine Umsatzrendite von 3 Prozent.

Unter neuer Führung muss ZF im neuen Jahr mehrere Problemfelder beackern. Das US-Geschäft kam entgegen der Erwartungen auch 2006 nicht aus den roten Zahlen heraus und verbuchte wieder einen niedrigen zweistelligen Millionenverlust. 2007 soll trotz kräftig sinkender Pkw-Produktion und dem erwarteten Einbruch bei Nutzfahrzeugen die Gewinnschwelle in den USA erreicht werden. Auch mit seinem geschrumpften Geschäftsbereich Gummi-Metall-Technik ist der Traditionskonzern unzufrieden; die gestiegenen Rohstoffpreise für Produkte auf Rohölbasis belasten zusätzlich.

Die Belegschaft wuchs im abgelaufenen Jahr weltweit nochmals um 1 Prozent auf 55 400 Mitarbeiter, wobei die Beschäftigtenzahl im Ausland stärker als im Inland zulegte. „Wir müssen unseren Kunden in der Autoindustrie folgen“, sagte Vorstandschef Goll mit Blick auf neue Standorte in China, der Slowakei, Russland und Australien. Dies sichere indirekt die rund 33 500 Arbeitsplätze im Inland. „Nur wenn wir gute Geschäfte machen und Gewinne schreiben, können wir die Beschäftigung in Deutschland halten“, sagte der nach fünf Jahren Vorstandsvorsitz aus dem Amt scheidende Goll.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%