Gutes Jahresergebnis
Wacker will im April an die Börse

Der Chemiekonzern Wacker ist bei seinen Börsenplänen konkreter geworden. Das Unternehmen hat angekündigt, bis Mitte April an die Börse gehen zu wollen. Das gute Jahresergebnis dürfte das Vorhaben begünstigen.

HB MÜNCHEN. Voraussetzung für den Gang an die Börse noch vor Ostern sei allerdings ein weiterhin positives Marktumfeld, sagte Konzernchef Peter-Alexander Wacker am Freitag in München bei der Bilanzpressekonferenz. Das Bankenkonsortium für den Börsengang werde von Morgan Stanley und UBS geführt. Wie viele Anteile an die Börse gebracht werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt.

Von den Unternehmenszahlen her ist Wacker gut auf einen Börsengang vorbereitet: Im vergangenen Jahr steigerte der Konzern den Umsatz um 10 Prozent auf 2,76 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern konnte mit 260,9 Mill. Euro mehr als verdoppelt werden. Auch das problematische Halbleitergeschäft von Siltronic schreibe wieder schwarze Zahlen. „Damit haben wir die Ziele, die wir uns für 2005 gesetzt hatten, erreicht und teilweise sogar übertroffen“, sagte Wacker.

Im laufenden Jahr erwartet Wacker weitere Steigerungen bei Umsatz und operativem Gewinn. Wacker beschäftigt weltweit rund 14 400 Mitarbeiter und hat rund 20 Produktionsstätten in verschiedenen Ländern.

Mitte der Woche waren bereits Einzelheiten zum Börsengang bekannt geworden. „Die Erstnotiz ist für den 10. April anvisiert“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Mittwoch. Die Zeichnungsfrist solle am 27. März beginnen und zwei Wochen dauern. In Finanzkreisen wird ein Emissionserlös zwischen 750 Mill. und 1 Mrd. Euro erwartet. Damit dürfte Wacker Chemie einer der größten deutschen Börsengänge des Jahres werden.

Den Kreisen zufolge sollen zwischen 25 und 35 Prozent der überwiegend in Familienbesitz befindlichen Unternehmensanteile an den Kapitalmarkt gebracht werden. Damit käme der Chemiekonzern auf einen Börsenwert von etwa 3 Mrd. Euro.

Nach früheren Aussagen des Konzernchefs Peter-Alexander Wacker wird ein Börsengang nur inklusive der Tochter Siltronic erfolgen, die Siliziumscheiben („Wafer“) für die Mikrochipbranche fertigt. Wacker hatte zeitweise Gespräche über einen Verkauf seiner Halbleiter-Tochter geführt. Der Plan, Siltronic alleine an die Börse zu bringen, war 2004 wegen überhöhter Preisvorstellungen gescheitert. Derzeit verhandelt Siltronic mit dem koreanischen Technologiekonzern Samsung Electronics über den gemeinsamen Bau einer Fabrik zur Wafer-Produktion in Singapur.

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