Guy Wyser-Pratte ist bei der Durchsetzung seiner Pläne nicht zimperlich
US-Investor hat sich auf IWKA eingeschossen

Nach dem Abgang von IWKA-Chef Fahr hat US-Investor Guy Wyser-Pratte seine Vorstellungen von einer weiteren Zusammenarbeit mit dem verbliebenen Vorstand kundgetan.

HB KARLSRUHE. Er betreibe nicht die Aufspaltung oder Übernahme von IWKA, sagte Guy Wyser-Pratte auf der Hauptversammlung am Freitag in Karlsruhe. „Wir sind keine Raider (Firmenjäger).“ Der Milliardär ist mit 6,3 Prozent an IWKA beteiligt und ein scharfer Widersacher des Vorstands. Der IWKA-Chef Hans Fahr war am Freitagmorgen kurz vor der Hauptversammlung auf Druck des Investors überraschend zurückgetreten.

Amerikanische und britische Investoren um Wyser-Pratte drängen IWKA seit längerem, sich auf das Geschäft mit Industrierobotern vor allem für die Autoindustrie zu konzentrieren und den Verkauf anderer Konzernteile voranzutreiben. Sie halten zusammen cirka 25 Prozent der Aktien und haben entsprechende Macht. Der IWKA-Vorstand stemmt sich aber auch nach dem Rücktritt von Widerstandskämpfer Fahr gegen diese Forderung, weil er sich nicht von einem Standbein abhängig machen will.

Wyser-Pratte gibt sich nach Außen vorerst mit dem Abgang des IWKA-Chefs zufrieden. Er sagte, der Rücktritt von Fahr sei richtig gewesen. Weitere Umbesetzungen im Vorstand forderte der Großaktionär nicht. Er traue dem verbleibenden Management zu, das Unternehmen künftig zu führen. Wyser-Pratte erneuerte aber seine Kritik, der IWKA-Vorstand habe die „Perle“ Robotertechnik in der Vergangenheit schlecht geführt. Umsatzpotenziale außerhalb Europas seien vernachlässig worden.

Der Milliardär rief die Aktionäre auf, seine Kritik am Management zu unterstützen: „Geben sie sich nicht mit ineffektiven Managern zufrieden.“ Wyser-Pratte hatte auf der Hauptversammlung Gegenanträge gestellt, um dem Vorstand die Entlastung zu verweigern. Zudem wollte er Aufsichtsratschef Reinhard Engel und Aufsichtsrat Jürgen Hubbert abwählen lassen. Er wisse, dass es in der deutschen Aktienkultur eher ungewöhnlich sei, eine Kampfabstimmung gegen das eigene Management anzustreben. Er sei seit 40 Jahren Investor und seit 20 Jahren in Europa aktiv: „Für uns ist Shareholdervalue keine leere Phrase“, sagte Wyser-Pratte.

Wie tief die Gräben zwischen Management und Anteilseignern sind, zeigte die Ankündigung des IWKA-Vorstand, Wyser-Pratt zu verklagen. Der US-Investor hatte in Interviews behauptet, das Unternehmen habe die Geschäftszahlen manipuliert. Wyser-Pratte gab sich ob der angedrohten Klage gelassen: „Sie wissen, so leicht fürchte ich mich nicht.“

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