H.C. Starck wird an Finanzinvestoren verkauft
Bayer will Schering Anfang 2007 von der Börse nehmen

Bayer will seine neue Tochter Schering bald von der Börse nehmen. Die restlichen Aktionäre sollen schon Anfang 2007 in einem Squeeze-Out zum Verkauf ihrer Anteilsscheine gezwungen werden. Durch den Zusammenschluss der beiden Pharmakonzerne sind rund 6000 Arbeitsplätze gefährdet. Auch der Verbleib der Bayer-Tocher H.C. Starck ist nun entschieden.

HB BERLIN. Der Konzern wolle das "Squeeze Out" bei einer Hauptversammlung zur Abstimmung stellen, sagte Bayer-Vorstandschef Werner Wenning am Donnerstag in Berlin. "Wir gehen davon aus, dass es akzeptiert wird", sagte er. Bayer hält mehr als 95 Prozent an Schering und kann die übrigen Aktionäre damit zwangsweise abfinden.

Die Schering-Anteilseigner hatten im September einem Beherrschungsvertrag zugestimmt, mit dem die Übernahme des Berliner Konzerns auch formell besiegelt worden war. Im Rahmen des Vertrages hatte Bayer den Schering-Aktionären eine leicht erhöhte Abfindung von 89,36 Euro je Aktie angeboten. In seiner Übernahmeofferte hatte Bayer je 89 Euro offeriert.

Mit der Übernahme von Schering, der größten in der mehr als 140-Jährigen Firmengeschichte, steigt Bayer zur Nummer eins der deutschen Pharmakonzerne vor Boehringer Ingelheim auf. Rund 6000 Arbeitsplätze, etwa zehn Prozent der Stellen in den beiden Gesundheitssparten zusammen, sind durch den Zusammenschluss gefährdet. Noch ist aber weitgehend unklar, welche Werke in welchem Ausmaß betroffen sind. Einzelheiten zu dem Abbau seien in den nächsten Wochen zu erwarten, kündigte Wenning an.

Die Bayer AG will ihre Tochtergesellschaft H.C. Starck für rund 1,2 Mrd EUR an ein Konsortium aus den beiden Finanzinvestoren Advent International und Carlyle Group verkaufen. Der Erlös solle wie geplant zur Finanzierung der Schering-Akquisition beitragen, teilte der Leverkusener Konzern am Donnerstag mit.

Das Transaktionsvolumen setzt sich der Mitteilung zufolge aus einer Barkomponente von mehr als 700 Mill. Euro sowie der Übernahme von Finanzverbindlichkeiten und Personalverpflichtungen von rund 450 Mill. Euro zusammen. Die Nettoverschuldung von Bayer reduziere sich damit um rund eine Mrd. Euro. Den Buchgewinn beziffert der Konzern auf rund 150 Mill. Euro. Der Verkauf soll - vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden - Anfang 2007 abgeschlossen werden.

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