Halbierung des Mehrwertsteuersatzes für Arzneimittel gefordert
Pharmaindustrie setzt mehr um und baut Stellen ab

Fast 5000 Arbeitsplätze hat die deutsche Pharmaindustrie im vergangenen Jahr gestrichen. Der Bundesverband der Pharmaindustrie hat dafür die Politik verantwortlich gemacht. Gleichzeitig teilte der Verband mit, dass die Pharmafirmen ihren Umsatz im ersten Haljahr 2005 um 10,5 Prozent steigern konnten.

HB BERLIN. „Die pharmazeutische Industrie könnte mehr Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, wenn es weniger staatliche Eingriffe gäbe“, sagte der Verbandsvorsitzende Bernd Wegener am Montag in Berlin. Im vergangenen Jahr beschäftigte die Branche 113 989 Personen, vier Prozent weniger als 2003. Da ein Arbeitsplatz im Pharmabereich einen weiteren Arbeitsplatz bei Zulieferern und Dienstleistern sichere, dürfte nach Verbandsrechnung die Zahl der weggefallenen Jobs doppelt so hoch sein.

Von einer neuen Bundesregierung fordert der Pharmaverband eine Halbierung des Mehrwertsteuersatzes auf Arzneimittel. Dies könnte die Kassen um 1,7 Milliarden Euro entlasten. Ferner erwarte der Verband eine „echte Strukturreform“ der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), eine konsequente Forschungsförderung und eine schnellere Zulassung von Arzneimitteln.

Im ersten Halbjahr 2005 konnten die Pharmafirmen ihren Umsatz um 10,5 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro steigern. Mengenmäßig setzte die Branche 786 Millionen Packungen ab, 6,3 Prozent mehr. Für die Unternehmen bedeute dies vorsichtiges Aufatmen, sagte Wegener. 2004 war der Umsatz im deutschen Apothekenmarkt mit 20,5 Milliarden Euro knapp unter den Vorjahreswert gesunken. Der Absatz sank dagegen deutlich um 12,5 Prozent auf 1,267 Milliarden Packungen. Der Verband führte dies auf Einbrücke im apothekenpflichtigen Sortiment (minus 13 Prozent) zurück.

Dem Pharmaverband gehören mehr als 250 Unternehmen mit etwa 74 000 Mitarbeitern an. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Pharma- Dienstleister, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel und der Homöopathie.

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