Halbjahres-Bilanz
Krebsmedikamente sind Bestseller bei Roche

Der Pharma- und Diagnostikkonzern Roche hat im ersten Halbjahr kräftig zugelegt. Umsatz und Gewinn stiegen. Der Erfolg hing dabei vor allem an neuen Krebsmedikamente sowie dem Grippemittel Tamiflu.

HB/oli ZÜRICH. Der Nettogewinn der ersten sechs Monate stieg nach Angaben vom Donnerstag um 37 Prozent auf 4,54 Mrd. sfr (2,9 Mrd. Euro). Der Umsatz erhöhte sich um 19 Prozent in Franken und 16 Prozent in Lokalwährungen auf 19,85 Mrd. sfr. In der Pharmasparte allein wuchs der Umsatz um 23 Prozent in Franken und 19 Prozent in lokalen Währungen auf 15,58 Mrd. sfr. Roche hat damit die Analysten-Prognosen übertroffen und ist im Bereich Pharma dreimal so schnell gewachsen wie der Weltmarkt.

Mit den Krebsmedikamenten Mabthera, Herceptin, Avastin und Neo-Recormon verfügt der Konzern über vier Produkte, die im ersten Halbjahr einen Umsatz von jeweils mehr als 1 Mrd. sfr erzielt haben. Dahinter folgt Tamiflu, dessen Umsatz um 62 Prozent auf 960 Mill. sfr gestiegen ist. Bei Herceptin und Avastin konnte Roche die Halbjahresumsätze um gut 100 Prozent steigern. Dennoch sieht Roche-Chef Franz Humer Handlungsbedarf: „Ich glaube, wir müssen in zunehmendem Maße beweisen, dass unsere Produkte Vorteile für den Patienten und das Gesundheitssystem bieten.“ Damit spielt er wohl nicht zuletzt auf die Bestrebungen in Deutschland an, Medikamente, deren Nutzen zweifelhaft sind, von der Erstattung durch die Krankenkassen auszunehmen.

Die Division Diagnostics steigerte die Verkäufe um 8 Prozent in Franken und vier Prozent in Lokalwährungen auf 4,27 Mrd. sfr. Der Betriebsgewinn nahm dort wegen Investitionen in die Lancierung neuer Produkte um 7 Prozent auf 910 Mill. sfr ab.

Hehre Ziele

Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Roche. Der Konzern geht von einem zweistelligen Umsatzwachstum auf Konzernebene sowie in der wichtigsten Pharmasparte aus und will das Marktwachstum in allen Sparten übertreffen. Der Gewinn soll den Vorjahreswert deutlich übertreffen, wobei der Kerngewinn je Genussschein beziehungsweise Inhaberaktie mindestens so stark steigen soll wie der Umsatz.

Der Betriebsgewinn vor Sonderpositionen stieg im ersten Halbjahr um 30 Prozent auf 5,81 Mrd. sfr. Die Marge erhöhte sich dabei um 2,4 Prozentpunkte auf 29,2 Prozent. Im Pharmabereich allein verbesserte Roche die Marge um 3,4 Prozentpunkte auf 32,2 Prozent, was einem um 38 Prozent höheren Betriebsgewinn von 5,02 Mrd. sfr gleichkommt.

Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Nettogewinn von 4,12 Mrd. sfr gerechnet. Der Umsatz war auf 19,87 Mrd. sfr geschätzt worden und der Pharmaumsatz auf 15,65 Mrd. sfr. Der Betriebsgewinn war mit 5,44 Mrd. sfr prognostiziert worden.

Roche fühlt sich nicht zuletzt angesichts der hervorragenden Ergebnisse wohl in seiner derzeitigen Situtation. Ein Einstieg in den Markt für Nachahmer-Medikamente kommt für Roche-Chef Franz Humer nicht in Frage: „Wenn der einzige Unterschied zur Konkurrenz der ist, billiger zu sein, gibt es immer einen, der billiger ist. Der Generika-Merkt passt nicht zu unserer 'Denke'. Wir können nicht auf der einen Seite Patente verteidigen und auf der anderen Seite haarscharf an der Patentverletzung arbeiten.“ Auch Fusionen lehnt er ab: „Der Kauf von Lizenzen ist die bessere Strategie, als es Megafusionen sind.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%