Halbjahres-Bilanz
Sonderfaktoren lassen EnBW gut dastehen

Der Energiekonzern EnBW hat das beste Halbjahresergebnis der Unternehmensgeschichte erzielt. Das lag aber nicht wie zuerst vermeldet an den stark gestiegenen Strom- und Gaspreisen, sondern an Sonderfaktoren.

HB KARLSRUHE. Wie die Energie Baden-Württemberg AG am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte, erhöhte sich im ersten Halbjahr 2006 der Konzernüberschuss um 38,8 Prozent auf 586,3 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) konnte um 16,3 Prozent auf über 1 Mrd. Euro zulegen. Damit habe man erstmals mit einem Ebit-Halbjahresergebnis die Mrd.-Euro-Grenze übertroffen, teilte Vorstandschef Utz Claassen mit.

Ohne die Auflösung von Rückstellungen für Kernkraftwerke, den Verkauf eines Versorgers in Polen und der Konsolidierung der Tochter Stadtwerke Düsseldorf wäre das Ebit aber auf 748,6 Mill. Euro geschrumpft. Insgesamt schlugen sich die Sondereffekte mit gut 250 Mill. positiv nieder.

In der zweiten Jahreshälfte erwartet EnBW Ergebniseinbußen durch politisch verordnete Preisvorgaben. Die Regulierungsbehörde hat eine Senkung der Nutzungsgebühren der Höchstspannungsnetze durch Dritte um 8 Prozent angeordnet. Zur voraussichtlichen Höhe der Belastungen wollte EnBW keine Angaben machen. Auch bei den Gasnetzen droht EnBW wie anderen Anbietern eine Preissenkung, die noch Sonderabschreibungen auf die Netze nach sich ziehen könnten.

Umsatz stark gestiegen

Der EnBW-Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26,2 Prozent auf über 6,5 Mrd. Euro. „Mit diesen Zahlen hat der EnBW-Konzern die in den vergangenen drei Jahren gewonnene Kontinuität und Planungsrobustheit erneut bestätigt“, sagte Claassen. Zum Umsatzanstieg hätten alle Geschäftsfelder beigetragen. Dabei hätten die Sparte Strom 71 Prozent und der Bereich Gas 24,3 Prozent zum Gesamtumsatz beigesteuert. Beim Strom sorgte nicht nur die Verteuerung für ein Umsatzplus von 19,5 Prozent, sonder auch der um 12,6 Prozent gestiegene Absatz. Beim Gas hingegen war es vor allem der Preisanstieg, der den Umsatz um 47,1 Prozent in die Höhe trieb.

Allerdings profitierte der Versorger auch bei Umsatz und Absatz von der Mehrheitsübernahme der Stadtwerke in Düsseldorf. Dadurch stiegen jedoch gleichzeitig die Schulden der EnBW um 500 Mill. auf 3,78 Mrd. Euro. Die Belegschaft wuchs um 2 450 auf rund 20 200 Mitarbeiter.

Weiter positiv hat sich laut Claassen das konzerninterne Kostensenkungsprogramm entwickelt. So sei das bis Ende 2006 anvisiertes Ziel einer Kostensenkung von 1 Mrd. Euro bereits zur Halbzeit mit 970 Mill. Euro nahezu erreicht worden, sagte er.

Bei lustlosem Handel behaupteten sich die EnBW-Aktien mit einem Plus 0,1 Prozent bei 44,80 Euro und notierten damit auf dem Niveau des Vorjahres. Die Papiere gehören mehrheitlich dem französischen Versorger EdF und einem Zweckverband schwäbischer Landkreise.

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