Halbjahresbericht

Eon-Gaskunden gehen leer aus

Der Energiekonzern macht wieder dicke Gewinne. Die Einigung im Gasstreit mit Gazprom ist für Eon im ersten Halbjahr Milliarden wert. Nur einer profitiert nicht: der Verbraucher.
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Eon verdient durch die Einigung mit Gazprom mehr, zum 1. September 2012 hat der Energiekonzern aber eine Preiserhöhung angekündigt. Quelle: dpa

Eon verdient durch die Einigung mit Gazprom mehr, zum 1. September 2012 hat der Energiekonzern aber eine Preiserhöhung angekündigt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Eon-Zahlen für das erste Halbjahr 2012 können überzeugen. Der Energiekonzern hat einen Nettogewinn von 3,13 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das sind 230 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse kletterten um knapp ein Viertel auf 65,4 Milliarden Euro.

Die Anleger atmen tief durch. Sie dürfen darauf hoffen, dass der Kurs der Aktien in naher Zukunft mal wieder über die 20-Euro-Marke klettert. Vor mehr als einem Jahr ist der Kurs darunter gesackt und seitdem nicht mehr über diese Schwelle gestiegen – aktuell liegt er bei knapp 18 Euro.

Die Eon-Gaskunden dürften die hohen Gewinne des wiedererstarkten Energieriesens dagegen überhaupt nicht überzeugen. Denn von den Milliarden-Überschüssen werden sie gar nichts haben. Wenn die nächste Gasrechnung ins Haus flattert, werden sie sogar mehr zahlen müssen. Der Energieversorger hatte Ende Juni Preiserhöhungen für fünf seiner Regionalgesellschaften angekündigt.

Dabei ist es vor allem das Erdgas, das für den dicken Eon-Gewinn sorgt – nur ein gutes Jahr nach dem vorgezogen Atomausstieg der Regierung Merkel und den damit verbundenen Einnahmeausfällen für den Energiekonzern. Denn der Düsseldorfer Versorger hat sich Anfang Juli, nur wenige Tage nach der Ankündigung der Preiserhöhung, mit Gazprom auf neue Lieferverträge geeinigt. Darauf hatte der Vorstand um Eon-Chef Johannes Teyssen lange hingearbeitet.

Der Deal macht das Gas für Eon günstiger und gilt rückwirkend bis ins vierte Quartal 2010. Allein im ersten Halbjahr 2012 bringt die Einigung eine Milliarde Euro fürs Ergebnis. In letzter Zeit hatte sich Gas zum Verlustgeschäft entwickelt. Eon kaufte Erdgas über die Eon Ruhrgas zu langfristig festgelegten Konditionen bei Gazprom ein, musste es aber aufgrund des Überangebots unter Einkaufspreis an Großkunden wie Stadtwerke verkaufen. Die Tochterfirma Eon Ruhrgas machte deshalb im vergangenen Jahr einen Verlust von rund 700 Millionen Euro.

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20 Kommentare zu "Halbjahresbericht: Eon-Gaskunden gehen leer aus"

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  • jaja,Hartz 4.istHartz4 die Mahrheit in Deutschland?liest Hartz 4 Handelsblatt?bei Hartz 4 läuft genug schwarz,das ist auch sehr gut für die Gesellschaft

    von 80 Mio.Einwohnern,die täglich Strom nutzen,von denen etwa 35 Mio.kein Hartz 4 bekommen,sondern ein angemessenes Gehalterhalten,welches man zum teil anlegen kann,sollten 2000€ kein Problem sein?

    aber nein,das deutsche Volk "investiert" in Tagesgeld,LV's,Rentenversicherungen,schicke Autos,welche man auch bei 1,7€ den Liter tanken muss,statt für 3km das Fahrrad oder öffis zu benutzen,sonstiges Vorzeigbares Zeug,bspw. ein Iphone,wobei sich die 300€ Preisaufschlag gegenüber einem Nokia Lumia 900 in keinem zusätzlichen Produktnutzen wiederspiegeln.

    Fazit:es wird genug Geld sinnlos oder dumm ausgegeben,aber für die wichtigsten Produkte die es überhaupt gibt,Strom und Gas sind viele zu geizig 10€ mehr im Monat auszugeben?

    Mal schauen wie gross das Gejammer ist wenn es in gesamt-deutschland nur einen Tag keinen Strom geben würde.Wie toll dann ein Iphone funktioniert,wie die Gasheizung funktioniert.

    Achja,ich hab auch schon Hartzer mit iphone gesehen,sehr komisch,aber ok.da wunderts mich nicht wenn diejenigenin Hartz 4 rutschen

  • @ Oelblase
    Sie haben Recht, aber dennoch ist dort ein Gewinnplus nicht nur auf den günstigen Gaspreis zurückzuführen. Außerdem sind die Abfindungen in der Bilanz nach einem Jahr meistens abgewickelt, auch die Abschreibungen gehen in ein anderes Konto, somit sieht die Bilanz wieder glänzend aus.
    Sie scheinen vom Fach zu sein, daher sollten Sie auch folgenden Spruch kennen:
    „Traue nie einer Bilanz die du nicht selbst erstellt hast“

  • Jeder kann sich doch an den satten Gewinnen beteiligen,Dividendenrendite beträt mehr als 5%,tendenzs teigend bei steigenden Preisen und Gewinnen.so bekommt man seine energie refinanziert.Dasselbe bei Nestle mit Nahrungsmitteln,Philip Morris bei Zigaretten und und und....aber die Mehrheit steckt es in LV's wo Erträge thessauriert werden (als ob....) und beschwert sich dann

  • Wer immer nur rummeckert, selber aber zu dämlich ist zu wechseln, ist selber schuld

  • Mir fehlt ein wenig das Mitleid für die Energiekonzerne.
    Es wurden seit Jahrzehnten Anteile des Strompreises als Netzkosten ausgewiesen. Diese gelder wurden aber nachweislich niemals investiert sondern als Gewinne verprasst. ( Hat man im Mnsterland gesehen, und damals dachte noch keiner an Energiewende!Die Masten dort waren 100Jahre alt)
    Deshalb schreit man nun nach dem Staat um wieder Geld vom Steuerzahler zu bekommen.
    Ebenso ist nicht davon auszugehen, daß großartige Rücklagen gebildet werden - das Geld geht als Gewinne raus, bei Bedarf wird nach dem Staat gerufen. Dafür hat man seine Leute im Bundestag sitzen.
    Das größere Problem stellen die EE dar. Hat man bisher jede Preissteigerung der Rohstoffe x-fach an den Kunden weitergereicht, so zieht dieses Argument künftig nicht mehr. Es ist kaum davon auszugehen, daß Wind und Sonne teurer werden...

  • Es ist immer schön, wenn man sich erregen kann. Aber man sollte dabei auch gewisse Randbedingungen im Auge behalten. Die Kanzlerin - wohlgemerkt eine promovierte Physikerin - hat mit einer abenteuerlichen Begründung und in einer für die Versorger absolut unvorhersehbaren Blitzaktion die "Energiewende" eingeläutet. Dies zwingt die Konzerne nun zu einem ebenso plötzlichen wie tiefgreifenden Konzernumbau, der nicht gerade billig ist. Außerdem kommen vermutlich schon bald exorbitante Herausforderungen auf die Versorger zu, weil die "Atomausstiegsethiker" die Energiewende lauthals gefordert haben, aber nicht hinbekommen. Für diese Herausforderungen braucht man Rücklagen - auch aus Gewinnen an der "Gasfront".

  • @ Ismet_K.

    Was denken Sie, was es für Kosten verursacht, 11000 Mitarbeitern zu entlassen ?!

    Das hat E.On's Bilanz ganz bestimmt nicht verbessert. Etwa in 3-5 Jahren werden sich diese Entlassungen - WOMÖGLICH - positiv auf die Bilanz auswirken. Derzeit schmälern die Abfindungen die Bilanz, denn bei diesen Entlassungen handelt es sich offensichtlich um gewöhnliche Kündigungen.

  • @tobi
    Ja, sorry für das Missverständnis. Nachdem ich mir Ihren Kommentar genauer durchgelesen habe, haben Sie völlig Recht. Übrigens war ich auch nicht mehr bei meinem örtlichen Gasanbieter, mittlerweile gibt es eine gute Auswahl wo man noch mehr sparen kann. Ich vergleiche meine Preise jedes Jahr und fahre damit sehr gut.

  • @ tobi59

    Ist wie beim Strom. Man hat die Preise abgestimmt; Größere Unterschiede gibt es nur noch bei Vorrauskasse oder Mindestkontingent. Beides ist kritisch.
    Größere Preisunterschiede gibt es da nicht mehr.
    Ich wechsle auch spätestens alle 2 Jahre, stelle aber fest, daß es sich kaum noch lohnt. Weder bei Strom noch bei Gas.

  • Die Nachricht ist mangelhaft recherchiert. Hier wurden die Entlassungen von 11000 Mitarbeitern nicht mit eingerechnet. Denn die größere Gewinnsteigerung liegt an der gefallen Kostenbilanz die E.On mittlerweile zu tragen hat.
    Natürlich sollte man jetzt schon nach einem günstigeren Gasversorger Ausschau halten und E.On für eine lange Zeit die kalte Schulter zeigen. Nur so kann man auf fallende Preise bzw. nicht überhöhte Preise hoffen.

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