Halbjahresbericht

Evonik sieht sich in rauer See auf Kurs

Der Chemiekonzern trotzt allen Widrigkeiten. Zwar sinkt der Umsatz um fast zehn Prozent, doch das Halbjahresergebnis kann sich sehen lassen. Konzernchef Engel peilt für das Gesamtjahr einen leicht höheren Überschuss an.
Update: 08.08.2012 - 11:45 Uhr Kommentieren
Evonik-Chef Klaus Engel hat Quartalszahlen vorgelegt. Quelle: dpa

Evonik-Chef Klaus Engel hat Quartalszahlen vorgelegt.

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EssenDas Chemieunternehmen Evonik hat sich von seinen gescheiterten Börsenplänen im Kerngeschäft nicht aus der Spur bringen lassen. Der Umsatz sank zwar im zweiten Quartal um neun Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro, teilte der Essener Konzern am Mittwoch mit.

Das Minus resultiere aber aus dem Verkauf des Geschäfts von Carbon Black - darum lägen die Erlöse bereinigt knapp auf dem Niveau des Rekordjahres 2011. Das Konzernergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 264 (94) Millionen Euro. Der Gewinn war vor Jahresfrist von einmaligen Belastungen geschmälert worden. Seine Jahresprognose bekräftigte Evonik-Chef Klaus Engel.

„Wir sind in rauer werdender See auf Kurs“, sagte Engel. Doch die Risiken aus der europäischen Staatsschuldenkrise seien größer geworden und die Wachstumsaussichten in Europa und einigen Schwellenländern hätten sich eingetrübt, betonte der Evonik-Chef.

Dennoch rechnet er auch im zweiten Halbjahr mit einer stabilen Entwicklung der Geschäfte. Wachstum und Sparmaßnahmen will der Vorstand konsequent weiterverfolgen. So peilt das Unternehmen mit rund 33.300 Beschäftigten 2012 leicht höhere Umsätze und operative Ergebnisse an. „Aber jetzt darf kein weiterer konjunktureller Knick dazukommen“, schränke Engel ein. Evonik hatte 2011 14,5 Milliarden Euro erlöst.

2012 will Konzernchef Engel den Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht steigern, als Evonik 14,5 Milliarden Euro erlöst hatte. Die operativen Ergebnisse erwartet er „auf oder leicht über“ den Werten des Vorjahres, bekräftigte Engel.

Tragende Säulen des Evonik-Geschäftes sind die drei Sparten Spezialchemie für Konsumgüter, Lösungen für umweltfreundliche Produkte sowie spezielle Materialien. Auf diese Bereiche entfallen fast 90 Prozent der Konzernumsätze. Daneben gibt es noch den kleineren Bereich Dienstleistungen für die Chemiesegmente und die Sparte Immobilien, von der sich Evonik mittelfristig ganz trennen will.

Welche Konzerne am meisten forschen
Gesunde Farben für Erfrischungsgetränke / Healthy colors for so
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Die führenden Chemiekonzerne (im Bild eine BASF-Mitarbeiterin in Ludwigshafen) haben ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F+E) im Jahr 2011 um etwa sechs Prozent erhöht. Europaweit hat die Chemieindustrie laut dem Branchenverband Cefic rund 8,1 Milliarden Euro in die Forschung investiert. Die Rangliste der forschenden Chemieunternehmen beginnt mit einem Branchenriesen.

Wesseling
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Platz 13 - Lyondell-Basell

Das weltweit drittgrößte Chemieunternehmen Lyondell-Basell (im Bild die Polymer-Produktion in Wesseling bei Köln) gab im Jahr 2011 wenig für die Forschung und Entwicklung aus. Das Unternehmen mit Sitz in Rotterdam (Niederlande) investierte in diesem Bereich nur 141 Millionen Euro. Gemessen am Umsatz von 36,663 Milliarden Euro war das ein verschwindend geringer Anteil von 0,4 Prozent. Lyondell-Basell entstand 2008 durch die Fusion der beiden Unternehmen Lyondell und Basell.

File photo of logo of Swiss specialty chemicals company Clariant
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Platz 12 - Clariant

Die Schweizer Clariant gab 2011 143 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung aus. Gemessen am Umsatz von 5,982 Milliarden Euro waren das 2,4 Prozent. Der Spezialitätenchemie-Konzern mit Sitz in Muttenz ist weltweit aktiv und hat seit der Abspaltung aus der Sandoz AG (heute Novartis) 1995 einige Unternehmen zugekauft.

LANXESS
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Platz 11 - Lanxess

Die Ausgliederung der Bayer AG kommt auf Rang elf der Forschungsrangliste. 144 Millionen Euro investierte Lanxess im vergangenen Jahr in Forschung und Entwicklung. Das waren 1,6 Prozent des Umsatzes von 8,775 Milliarden Euro. Das Leverkusener Unternehmen hat seinen Schwerpunkt bei Spezialchemikalien, Kunststoffen und Kautschuk.

The statue of Ernest Solvay is seen outside the company's headquarters in Brussels
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Platz 10 - Solvay

Der multinationale Konzern mit dem Ursprung in Belgien (im Bild die Statur des Firmengründers Ernest Solvay vor der Zentrale in Brüssel) investierte 2011 156 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung. Das waren 1,9 Prozent des Umsatzes von 8,109 Milliarden Euro. Solvay stemmte im vergangenen Jahr die Milliarden-Übernahme des Konkurrenten Rhodia.

Merck mit Rekordumsatz
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Platz 9 - Merck

Das Pharma- und Spezialchemieunternehmen Merck hat im vergangenen Jahr 269 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung gesteckt. Gemessen am Umsatz von 3,847 Milliarden Euro (nur Chemiegeschäft) war das ein hoher Anteil von 7,0 Prozent. Das Darmstädter Traditionsunternehmen landet auf dem neunten Platz der Rangliste.

Weijers, Chief Executive of Akzo Nobel, speaks during the presentation of the 2006 full-year results in Amsterdam
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Platz 8 - Akzo Nobel

356 Millionen Euro betrugen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bei Akzo Nobel (im Bild der langjährige Vorstandschef Hans Weijers) im vergangenen Jahr. Das waren 2,3 Prozent des Umsatzes von 15,697 Milliarden Euro. Das niederländische Unternehmen Akzo Nobel ist der weltgrößte Farbenhersteller.

Mitte Juni hatte Evonik den geplanten milliardenschweren Börsengang abgesagt. Dem Haupteigentümer des Unternehmens, der RAG-Stiftung (knapp 75 Prozent), waren die Gebote der Investoren zu niedrig. Einen weiteren Anlauf will das Unternehmen frühestens im Herbst 2013 unternehmen.

  • rtr
  • dpa
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