Halbjahresbericht
Evonik sieht sich in rauer See auf Kurs

Der Chemiekonzern trotzt allen Widrigkeiten. Zwar sinkt der Umsatz um fast zehn Prozent, doch das Halbjahresergebnis kann sich sehen lassen. Konzernchef Engel peilt für das Gesamtjahr einen leicht höheren Überschuss an.
  • 0

EssenDas Chemieunternehmen Evonik hat sich von seinen gescheiterten Börsenplänen im Kerngeschäft nicht aus der Spur bringen lassen. Der Umsatz sank zwar im zweiten Quartal um neun Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro, teilte der Essener Konzern am Mittwoch mit.

Das Minus resultiere aber aus dem Verkauf des Geschäfts von Carbon Black - darum lägen die Erlöse bereinigt knapp auf dem Niveau des Rekordjahres 2011. Das Konzernergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 264 (94) Millionen Euro. Der Gewinn war vor Jahresfrist von einmaligen Belastungen geschmälert worden. Seine Jahresprognose bekräftigte Evonik-Chef Klaus Engel.

„Wir sind in rauer werdender See auf Kurs“, sagte Engel. Doch die Risiken aus der europäischen Staatsschuldenkrise seien größer geworden und die Wachstumsaussichten in Europa und einigen Schwellenländern hätten sich eingetrübt, betonte der Evonik-Chef.

Dennoch rechnet er auch im zweiten Halbjahr mit einer stabilen Entwicklung der Geschäfte. Wachstum und Sparmaßnahmen will der Vorstand konsequent weiterverfolgen. So peilt das Unternehmen mit rund 33.300 Beschäftigten 2012 leicht höhere Umsätze und operative Ergebnisse an. „Aber jetzt darf kein weiterer konjunktureller Knick dazukommen“, schränke Engel ein. Evonik hatte 2011 14,5 Milliarden Euro erlöst.

2012 will Konzernchef Engel den Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht steigern, als Evonik 14,5 Milliarden Euro erlöst hatte. Die operativen Ergebnisse erwartet er „auf oder leicht über“ den Werten des Vorjahres, bekräftigte Engel.

Tragende Säulen des Evonik-Geschäftes sind die drei Sparten Spezialchemie für Konsumgüter, Lösungen für umweltfreundliche Produkte sowie spezielle Materialien. Auf diese Bereiche entfallen fast 90 Prozent der Konzernumsätze. Daneben gibt es noch den kleineren Bereich Dienstleistungen für die Chemiesegmente und die Sparte Immobilien, von der sich Evonik mittelfristig ganz trennen will.

Mitte Juni hatte Evonik den geplanten milliardenschweren Börsengang abgesagt. Dem Haupteigentümer des Unternehmens, der RAG-Stiftung (knapp 75 Prozent), waren die Gebote der Investoren zu niedrig. Einen weiteren Anlauf will das Unternehmen frühestens im Herbst 2013 unternehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Halbjahresbericht: Evonik sieht sich in rauer See auf Kurs"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%