Halbjahresbilanz
Industriekonzerne trotzen der Krise

Die Industriegrößen im DAX zeigen sich trotz Euro-Krise robust. Sowohl Gewinne als auch Betriebsergebnisse legten in den ersten sechs Monaten zu. Nur die Liquidität bereitet einigen Unternehmen große Sorgen.
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FrankfurtDie führenden deutschen Industriekonzerne präsentieren sich zur Jahresmitte in solider Verfassung. Anders als erwartet sind weder die Betriebsergebnisse noch die Nettogewinne unter Druck geraten. Im Schnitt legten beide Ertragsgrößen gegenüber den starken Vorjahreswerten sogar noch leicht zu.

Das ergibt sich aus einer Analyse der Halbjahresabschlüsse der 25 Industrieunternehmen im Dax-30. Auch beim Blick nach vorne demonstrieren die Firmen trotz wachsender Unsicherheiten Zuversicht. Lediglich der Lastwagen-Konzern MAN revidierte seine Ertragsprognose nach unten.

Sieben Konzerne, darunter Adidas, Bayer, Eon und gestern Merck, haben ihren Ausblick sogar leicht erhöht. Die übrigen Firmen blieben bei den bisherigen Aussagen, verwiesen allerdings darauf, dass es schwieriger werden könnte, die Ziele zu erreichen.

Insgesamt weisen die Dax-Unternehmen für das erste Halbjahr eine leichte Steigerung ihrer operativen Ergebnisse um knapp ein Prozent auf 47 Milliarden Euro aus. Den stärksten Zuwachs bilanzierte der Energiekonzern Eon, dem modifizierte Gashandelsverträge mit Gazprom einen kräftigen Ertragsschub bescherten.

Dax-Konzerne im ersten Halbjahr 2012

Ebit: Vergleich zum 1. Hj. 2011*

in Prozent


Kräftige Unterstützung für die Erträge lieferte vielfach die Abwertung des Euros. Bei den stark globalisierten Konzernen, etwa den Auto- und Chemieherstellern, dürfte der Währungseffekt zwischen fünf und zehn Prozentpunkten zum Ertragswachstum beigetragen haben.

Die Nettogewinne legten insgesamt um zwei Prozent auf 32,5 Milliarden Euro zu. Neben Eon zeichnen sich hier vor allem Fresenius, Volkswagen und Adidas durch kräftige Steigerungen aus, während zum Beispiel BASF, MAN und Infineon deutliche Rückgänge verbuchten, bedingt zum Teil durch Sondereffekte.

Im Gegensatz zu den Erträgen haben sich allerdings die operative Finanzkraft und die Bilanzstrukturen verschlechtert. Die Liquiditätszuflüsse aus dem operativen Geschäft sanken im Schnitt um gut ein Zehntel, die frei verfügbaren Cash-Flows (der operative Mittelzufluss nach Zinsausgaben und Sachinvestitionen) schrumpften gegenüber dem niedrigen Vorjahreswert nochmals um zwei Drittel.

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  • Ich glaube viele Deutsche Unternehmen sind Weltweit vertreten und haben eine breite Produktpalette, deshalb können sie je nach Krise (Euroraumkrise) in entsprechenden anderen Regionen aufholen. So wie die Schaeffler AG, so ist der Umsatz von Schaeffler zwar in Europa rückläufig, jedoch in Asien und Nordamerika stark gestiegen.

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