Halbjahresverlust: Solar Millennium senkt sein Gewinnziel 2010

Halbjahresverlust
Solar Millennium senkt sein Gewinnziel 2010

Solar Millenium hätte nach dem Theater um den Ex-Chef Utz Claassen eigentlich mal wieder gute Nachrichten gebrauchen können. Doch die Vorlage der Halbjahreszahlen kam eher einem Tiefschlag nahe: Der Solarkraftwerksentwickler nimmt nach einem herben Verlust die Jahresprognose zurück.
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HB DÜSSELDORF. Im Zeitraum November bis Juni fiel vor Zinsen und Steuern (Ebit) ein Minus von 26,7 Mio. Euro an nach einem Gewinn von 21 Mio. Euro vor Jahresfrist, wie die Erlanger Firma am Montag mitteilte. Angesichts der außerordentlichen Belastungen reduzierte der Vorstand sein Ebit-Ziel für das im Oktober endende Geschäftsjahr um 15 Mio. auf 30 Mio. Euro.

Der Umsatz, der Ende Juni bei nur 37 (Vorjahr: 48,5) Mio. Euro lag, soll im Gesamtjahr unverändert 350 Mio. Euro erreichen. Wesentliche Geschäftabschlüsse sollen in den kommenden Wochen erfolgen. Der Vorstand schränkte allerdings ein, sollte es zu weiteren Projektverzögerungen kommen, könnte das zu deutlichen Abweichungen von der Prognose führen.

An der Börse sorgten die Nachrichten für einen Kursrutsch: Die Aktien notierten zum Handelsauftakt mit 17 Euro über sechs Prozent im Minus.

Solar Millennium hatte die Vorlage seiner Geschäftszahlen verschoben, da nach einer Sonderprüfung Konzernabschlüsse korrigiert werden mussten. Die Firma wollte durch die Prüfung Zweifel an ihren Jahresabschlüssen ausräumen. Der überraschende Rücktritt von Firmenchef Claassen war mit möglichen Bilanzierungsfehlern in der Zeit vor seinem Amtsantritt in Zusammenhang gebracht worden.

Claassen hatte nach nur 74 Tagen seinen Posten aufgegeben. Er und die Firma liegen derzeit im Clinch über die gezahlte Antrittsprämie, die Solar Millennium als vorab bezahlte Erfolgsprämie gezahlt haben will und nun zurückfordert. Medienberichten zufolge geht es um neun bis zehn Mio. Euro.

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