Halbjahreszahlen
PSA leidet unter schwachem Autoabsatz in Europa

Der schwache Absatz in Westeuropa hat den französischen Autobauer PSA Peugeot Citroen im ersten Halbjahr massiv belastet. Zusätzlich litt das Ergebnis durch Restrukturierungskosten und die gestiegenden Preise für Rohstoffe. Die mögliche Dreier-Allianz von GM und Renault-Nissan werde nach Angaben von PSA-Chef Folz keine Folgen für sein Unternehmen haben.

HB PARIS. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, sank der Überschuss in den ersten sechs Monaten um 59,7 Prozent auf 303 Millionen Euro. Der operative Gewinn sackte um 46,4 Prozent auf 691 Millionen Euro ab. Der Umsatz wuchs minimal um 0,3 Prozent auf 29,1 Milliarden Euro.

Analysten hatten auf Grund der schwachen Absatzentwicklung in Europa mit einem Ergebnisrückgang gerechnet. Entgegen der Branchentendenz sanken die Verkäufe von Peugeot in Westeuropa im ersten Halbjahr um 0,7 Prozent auf 1,2 Millionen Autos. Außerhalb von Westeuropa kletterte der Absatz um 18,1 Prozent auf 407 200 Fahrzeuge. Die Aktie des Autobauers fiel am Mittwoch zeitweilig um über sieben Prozent.

Jens Schattner, Analyst von Dresdner Kleinwort Wasserstein bezeichnete die Zahlen als "Desaster". Er sieht den französischen Herstellern in einer strategischen Sackgasse. "Bei höheren Rohstoffpreisen kann man nicht viel tun. PSA hat das Problem, mit seinen Produkten nicht genug Geld zu verdienen, um höhere Rostoffkosten auszugleichen. Den Marken fehlen Alleinstellungsmerkmale, um höhere Preise durchsetzen zu können."

Auch Pierre Yves Quéméner vom Pariser Broker CIC Securities glaubt nicht, dass der Konzern noch viel an der Kostenseite tun kann, ohne Werke zu schließen. "PSA zählt bereits zu den effizientesten Volumenherstellern Europas." Seiner Ansicht muss daher das Management die Kapazitäten an den gesunkenen Marktanteil anpassen. "Die Schließung eines der beiden Werke um Paris erscheint eine erwägenswerte Option."

Jean Martin Folz, Chef von PSA Peugeot Citroen sagte dagegen auf der Pressekonferenz: "Derzeit haben wir keine Pläne für weitere Werkschließungen." Er räumte aber ein, dass auf Grund des hohen Euros Produzenten in der Eurozone einen Kostennachteil hätten.

Angesichts der Diskussion zwischen GM und Renault-Nissan über die Gründung einer Dreier-Allianz sagte Folz. "Wir bleiben bei unserer Kooperationsstrategie mit unabhängigen Herstellern, bei denen wir keine Kapitalbeteiligung eingehen." PSA kooperiert u.a. mit BMW (Motoren), mit Mitsubishi (Entwicklung Gelände-Wagen) und mit Toyota (Produktion Kleinstwagen in Osteuropa). "PSA wird weder passiv noch aktiv an einer weiteren Konsolidierung der Branche teilnehmen", so der PSA-Chef.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet das Unternehmen ein Anziehen der Nachfrage in Westeuropa. Diese werde vor allem von den Modellen Peugeot 207, Peugeot Boxer und Citroën Relay getragen sein, hieß es. Die Wachstumsraten beim Umsatz und Absatz würden daher in der zweiten Jahreshälfte über den Monaten Januar bis Juni liegen. Durch die höheren Rohstoffkosten rechnet Peugeot im zweiten Halbjahr allerdings mit einer zusätzlichen Belastung von 250 Millionen Euro.

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