Halbleiterindustrie
Carl Zeiss kämpft gegen Nachfragerückgang

Carl Zeiss macht die abgekühlte Nachfrage der Halbleiterindustrie zu schaffen: Der Gewinn sank um ein Drittel. Doch der Konzern wappnete sich rechtzeitig auf den erwarteten Einbruch und kann seine Prognosen bestätigen.
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Nach zwei Rekordjahren hat die abgekühlte Nachfrage der Halbleiterindustrie negativ auf den Chipfabriken-Ausrüster Carl Zeiss durchgeschlagen. Der Umsatz schrumpfte in der ersten Geschäftsjahreshälfte 2011/12 (Oktober bis März) um zwei Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, wie der Technologie-Konzern am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. „Die von uns erwartete Abkühlung im zuvor überhitzten Halbleitermarkt ist eingetreten, wenn auch nicht so kräftig wie einkalkuliert", sagte ein Sprecher. Ein Großteil des Umsatzrückgangs in der Sparte Halbleitertechnik - um ein Viertel auf 478 Millionen Euro - sei durch höhere Erlöse in den Geschäftsbereichen industrielle Messtechnik und Medizintechnik ausgeglichen worden.

Auch beim Ergebnis musste der im Stiftungsbesitz befindliche Konzern mit weltweit knapp 25.000 Beschäftigten Abstriche machen: Der Gewinn vor Steuern und Zinsen schrumpfte um Drittel auf 232 Millionen Euro, der Gewinn nach Steuern sank etwa im selben Ausmaß auf 130 Millionen Euro. Seine Belegschaft stockte Carl Zeiss - einer der führenden Ausrüster von Halbleiterfabriken rund um den Globus mit einem Marktanteil von 75 Prozent - in der ersten Geschäftsjahreshälfte um drei Prozent aus.

In Deutschland übernahm das 1846 gegründete Unternehmen rund 200 Zeitarbeitskräfte unbefristet. In den nächsten Jahren soll eine neue Röntgenstrahl-Belichtungstechnik für Halbleiter serienreif sein, für diesen Technologiesprung wappnet sich das Unternehmen.

Vorstandschef Michael Kaschke bekräftigte die Umsatzprognose für das laufende Jahr: Angepeilt werde weiterhin ein Umsatz von mehr als vier Milliarden Euro bis Geschäftsjahresende. Damit könnte Carl Zeiss unter dem Erlös-Rekord des vergangenen Geschäftsjahres in Höhe von 4,2 Milliarden Euro bleiben. Hauptkunde des schwäbischen Konzerns ist der niederländische Chipausrüster ASML, der Mitte April eine Flaute von sechs bis neun Monaten vorhergesagt hatte. Beim US-Wettbewerber Applied Materials waren die Umsätze im jüngsten Quartal gesunken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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