Halbleitersparte belastet
Wacker-Chemie macht wieder Gewinne

Die Probleme in der Halbleiter-Sparte belasten weiter die Ergebnisse des Chemie-Konzerns Wacker. Zwar kehrte der Gesamtkonzern im vergangenen Jahr in die Gewinnzone zurück. Bei der defizitären Halbleiter-Tochter Siltronic stiegen die Verluste im ersten Quartal 2005 aber nochmals an.

dpa-afx MÜNCHEN."Wir werden das Halbleiter- Geschäft wieder in die schwarzen Zahlen führen", sagte Konzernchef Peter-Alexander Wacker am Donnerstag in München. Dies werde allerdings erst im kommenden Jahr gelingen. Auch deshalb rechnet der Gesamtkonzern für 2005 nur mit einem stabilen Gewinn.

Die Gesellschafter-Frage bei Wacker ist weiter ungeklärt. Der Sanofi-Aventis-Konzern , der 49 Prozent hält, will sich seit Jahren von seinem Engagement trennen. Dies ist aber schwierig, da Wacker nicht an der Börse notiert ist und die Mehrheit in Familienbesitz.

Im vergangenen Jahr war der Börsengang von Siltronic geplatzt. Er rechne nicht damit, dass der Sprung aufs Parkett in diesem Jahr gelinge, sagte Wacker. Die Finanzierung des Wacker-Konzerns sei aber trotz der fehlenden Erlöse aus dem Börsengang gesichert. Denkbar sei auch ein Verkauf von Siltronic direkt an einen Investor. Im ersten Quartal stiegen die Verluste vor Zinsen und Steuern bei Siltronic von 29 auf 37 Mill. Euro. Der Umsatz brach um knapp zwölf Prozent auf 173 Mill. Euro ein.

Mit der Entwicklung im vergangenen Jahr war Wacker trotz des geplatzten Börsengangs und der Verluste bei Siltronic zufrieden. "Wir ernten jetzt die Früchte der strategischen Neuausrichtung des Konzerns."

Der Konzern machte auch mit Hilfe eines rigiden Sparkurses unter dem Strich einen Gewinn von 80 Mill. Euro nach einem Minus von 95 Mill. Euro 2003. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) verbesserte sich von minus 36 auf plus 207 Mill. Euro. Der Verkauf der Wacker Ceramics steuerte dabei einen einmaligen Sonderertrag von 66 Mill. Euro bei. Der Konzern-Umsatz legte um drei Prozent auf 2,54 Mrd. Euro zu.

Mit einer Prognose für 2005 ist Wacker vorsichtig. "Sofern sich beim Eurokurs sowie bei den Öl- und Rohstoffpreisen keine zusätzlichen Belastungen ergeben, erwarten wir, dass der Konzern auf seinem Wachstumskurs bleibt." Bei Siltronic solle der Verlust trotz des schwachen ersten Quartals im Gesamtjahr verringert werden.

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