Haldex-Übernahme

Warum ZF und Knorr um die Schweden kämpfen

Zwei deutsche Zulieferer ringen erbittert um den schwedischen Bremsenspezialisten Haldex. Nun hat ZF Friedrichshafen mit dem Angebot des Rivalen Knorr Bremse gleichgezogen. Warum Haldex für die Branche so wichtig ist.
Update: 14.09.2016 - 10:11 Uhr
Der Autozulieferer hat im Kampf um den Bremsenhersteller Haldex mit dem Rivalen Knorr gleichgezogen. Quelle: dpa
ZF Friedrichshafen

Der Autozulieferer hat im Kampf um den Bremsenhersteller Haldex mit dem Rivalen Knorr gleichgezogen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Autozulieferer ZF Friedrichshafen hat seine Offerte für den schwedischen Bremsenspezialisten Haldex erhöht und so mit dem Konkurrenten Knorr Bremse gleichgezogen. Das Unternehmen biete nun 110 statt zuvor 100 schwedische Kronen je Aktie, genauso viel wie der Münchener Bremsen-Hersteller, teilte ZF am Mittwoch mit. Das entspricht insgesamt 4,85 Milliarden Kronen, umgerechnet 507 Millionen Euro.

„Wir haben unser Angebot sorgfältig überdacht und sind weiterhin fest davon überzeugt, dass die Expertise von Haldex bei Bremsprodukten und Luftfedersystemen eine exzellente Ergänzung für unser Unternehmen darstellen“, erklärte ZF-Vorstandschef Stefan Sommer. Eine Sprecherin von Knorr-Bremse sagte, man nehme das Angebot von ZF zur Kenntnis, bewerte die Situation und werde dann über die besten nächsten Schritte entscheiden.

Großaktionär Göran Carlson und zwei weitere institutionelle Investoren haben ZF zufolge bereits Verkaufsvereinbarungen unterzeichnet. Die Schwaben haben damit schon 17 Prozent neben ihren eigenen gut vier Prozent an Haldex sicher. Ein Argument, mit dem ZF-Chef Stefan Sommer die Aktionäre überzeugen will, ist das Kartellrecht. Es stehe nur noch grünes Licht von der Wettbewerbsaufsicht in Russland aus, die bis Ende der Woche erwartet werde. „Wir haben die kartellrechtliche Genehmigung von allen anderen relevanten Behörden einschließlich der EU“, sagte er. „Damit unterliegt das Angebot von ZF keinem kartellrechtlichen Risiko, das den Abschluss des Prozesses um mehrere Monate verzögern könnte.“

Zuvor war Knorr Bremse dem Konkurrenten aus Friedrichshafen bei der Übernahme in die Parade gefahren. Das bayerische Familienunternehmen überbot das Kaufangebot des Branchenriesen Anfang September um ein Zehntel. Knorr-Bremse hält nach eigenen Angaben bereits 8,4 Prozent an dem Spezialisten für Bremsen und Luftfederungen für Lkw. Knorr-Chef Klaus Deller hatte zur Bekanntgabe des Angebots erklärt, mit dem Haldex-Management seit mehreren Wochen im Gespräch zu sein. Kartellrechtliche Probleme bestritt er.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Offiziell vorgelegt werden soll das Angebot von Knorr-Bremse rund um den 26. September – kurz vor dem Auslaufen der ZF-Offerte am 30. September. „Wir sind überzeugt, dass unsere Offerte für Haldex mehr Wert schafft und langfristig die besseren Perspektiven bieten kann, weil Haldex von Knorr ein wesentliches Standbein werden könnte“, erklärte die Sprecherin weiter.

ZF will zum Komplettanbieter werden
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