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22.08.2007 
Containerboom

Hamburger Hafen auf Börsenkurs

von Axel Granzow

Häfen gehören zu den Profiteuren des Containerbooms im Zuge der Globalisierung. Die Hamburger machen da keine Ausnahme und fuhren vergangenes Jahr ein weiteres Rekordergebnis ein. Jetzt will die Hafengesellschaft an die Börse. Doch die MDax-Fantasien und Träume von einem Milliardenerlös vernebeln die Risiken.

HAMBURG. Blechkisten, wohin das Auge blickt. Rot, blau, grün schwebt es in der Luft und knallt auf Beton und Metall, stapelt sich übereinander und verdeckt die Sicht. Ein Bild, aus dem Börsenträume entstehen: Hamburgs Burchardkai ist der größte Container Terminal der HHLA, der an die Börse strebenden Hamburger Hafen und Logistik AG. Brückenkrane be- und entladen die Containerschiffe, die Kisten werden zwischengelagert und weiterverteilt auf Züge, Lastwagen und Feederschiffe, die die Güter durch ganz Europa transportieren. Im vergangenen Jahr schleuste die HHLA 6,6 Millionen Standardcontainer (TEU) (plus 18 Prozent) über den Kai, aneinander gereiht reichen sie zweimal um den Mond.

„Wir wollen mit der Hamburger Hafengesellschaft in den MDax“, nennt HHLA-Chef Klaus-Dieter Peters dann auch sein Traumziel. Häfen gehören zu den Profiteuren des Containerbooms im Zuge der Globalisierung. Der Stadtstaat Hamburg als Eigentümer will sich von 30 Prozent seiner Anteile an der HHLA trennen. Den Erlös von geschätzt einer Mrd. Euro soll in den Ausbau des Hafens gesteckt werden, der auf knapp drei Mrd. Euro veranschlagt wird. Branchenkenner halten dies für ehrgeizige Ziele.

Vermutlich im November soll die HHLA an die Börse gehen. Angepeilt wird zunächst eine Notierung im amtlichen Markt (Prime Standard) der Börsen in Frankfurt und Hamburg. Die Papiere sollen bei internationalen Investoren und Privatleuten mit Hilfe der US-Banken Citigroup und J.P. Morgan sowie der Commerzbank und einigen Hamburger Banken breit gestreut werden.

Peters rührt mit Rekordzahlen die Werbetrommel. „2006 war ein herausragendes Jahr für die HHLA.“ Das Ergebnis vor Steuern legte um 64 Prozent auf 187 Mill. Euro zu. Der Umsatz überstieg bei einem Plus von 22 Prozent mit 1,07 Mrd. Euro erstmals die Milliardenmarke.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die hohe Abhängigkeit vom China-Handel könnte schnell zum Nachteil werden.

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