Hamburger setzen zukünftig verstärkt auf Pet-Kunststoffflaschen
Holsten trennt sich vom Wassergeschäft

Die Hamburger Holsten Brauerei AG will sich bis zur Hauptversammlung am 22. Juni von ihrem in der Hansa Brunnen AG gebündelten Geschäft mit alkoholfreien Getränken trennen. Der neue Vorstandschef Wolfgang Burgard begründet dies im Gespräch mit dem Handelsblatt damit, dass Hansa Mineralbrunnen überwiegend in Handelsmarken engagiert ist. Dies passe nicht zur Markenstrategie des neuen Holsten-Eigentümers, der dänischen Carlsberg-Gruppe.

HAMBURG. Während andere Brauer wie etwa die Bitburger-Gruppe mit Gerolsteiner oder Veltins mit Reginaris das Geschäft mit Markenwasser forcieren, liefert das Handelsmarkengeschäft insbesondere mit den großen Discountern nur schwache Margen. Dennoch könnte den Dänen, die rund 470 Mill. Euro für Holsten gezahlt haben, der Verkauf der Wassersparte nach Expertenschätzung rund 160 Mill. Euro einbringen. Mit einem Absatz von fast 1,2 Mrd. Litern lag Holstens Wassergeschäft im vergangenen Jahr auf Rang zwei der deutschen Mineralwasserhersteller. Zu möglichen Interessenten für die Sparte wollte sich Burgard nicht äußern.

Ihn beschäftigt derzeit vielmehr die Frage, wie Carlsberg in Deutschland zur Premium-Marke werden kann. Burgard: „Wir wollen keine Nische besetzen, sondern mit Carlsberg einträgliche Mengen absetzen.“ Preislich will er Carlsberg „einen Zacken“ über den deutschen Premiumbieren ansiedeln, allerdings nicht so hoch wie das teure Heineken. „Wir möchten, dass Carlsberg vom Verbraucher in den Abholmärkten gekauft wird“, verdeutlicht Burgard die Strategie. Im Sommer werde im Markt getestet, wo der Schwellenwert für den Verbraucher liegt.

Carlsbergs eigentlichen Marktauftritt in Deutschland bereiten die Hamburger für 2005 vor. Dazu will Burgard auch die Aufmerksamkeit nutzen, die die Dänen sich von ihrer Aufgabe als Hauptsponsor der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft in Portugal erhoffen.

Neben der Positionierung von Carlsberg in Deutschland justiert Burgard den Auftritt des gesamten Markenportfolios von Holsten neu. Die Hamburger geben den Anspruch auf, Holsten Pilsener weiter als nationale Marke zu positionieren. Allein im Discountgeschäft soll Holsten Pilsener seine nationale Bedeutung behalten. Künftig werde Holsten seine Anstrengungen in den Regionen verstärken, in denen seine Marken zu den führenden zählen. In Norddeutschland ist der Konzern mit der Marke Holsten, in Mecklenburg mit Lübz und in Teilen von Sachsen mit Feldschlösschen, Felsenkeller und Coschützer vertreten.

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