Hamburgs Politik und Wirtschaft sind eng verbunden Hanseaten unter sich

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Kritiker befürchten allerdings, dass es sich die Unternehmen unter der Obhut des Staates zu gemütlich machen. Für sie ist das Hamburg Beteiligungsmanagement nur die norddeutsche Variante des rheinischen Klüngels. Die Oppositionspartei FDP sprach nach dem Einstieg bei der Norddeutschen Affinerie von einem "ordnungspolitischen Sündenfall" und einem "Wahlkampfmanöver auf Kosten der Steuerzahler." Im Februar waren in Hamburg Bürgerschaftswahlen. "Die Politik soll sich um die Rahmenbedingungen der Hamburger Wirtschaft kümmern - aber Finger weg von neuen Aktienkäufen", sagt Ralf Lindenberg, haushaltspolitischer Sprecher der Hamburger FDP. "Der Staat ist der schlechteste und unqualifizierteste Unternehmer."

Jörn Arfs, der Sprecher der Hamburger Handelskammer, ist ebenfalls der Meinung, dass sich der Staat grundsätzlich aus den Unternehmen heraushalten sollte. "Allerdings ist es verständlich, dass die Stadt ihre Traditionsunternehmen halten will", sagt Arfs. "In Ausnahmefällen und zeitlich befristet ist eine Beteiligung der Stadt daher in Ordnung."

Der Ökonom Hansmann sieht das ähnlich. Traditionsunternehmen wie Beiersdorf, Norddeutsche Affinerie oder Hapag-Lloyd seien für Hamburg unentbehrlich. "Beiersdorf beispielsweise ist seit 100 Jahren in der Stadt", sagt Hansmann. "Hätte der US-Konzern Procter & Gamble Beiersdorf übernommen, würde wahrscheinlich heute nur noch eine Filiale in Hamburg bestehen."

Und wie sieht es bei Hapag-Lloyd aus? "Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Kombination NOL und Hapag-Lloyd positiv zu bewerten", sagt Hansmann. Die beiden Reedereien würden sich mit ihren Schifffahrtslinien geographisch gut ergänzen und den Globus vollständig abdecken. "Aus Hamburger Standortsicht bin ich allerdings dagegen. Man muss befürchten, dass der Traditionsname Hapag-Lloyd verschwindet und die wesentlichen wirtschaftlichen Aktivitäten einschließlich der Arbeitsplätze nach Singapur verlagert würden", sagt der Ökonom. Für die Hafenstadt Hamburg wäre das ein unerträglicher Gedanke

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