Handel mit Scania-Aktien wieder aufgenommen
VW setzt MAN und Scania eine Frist

Der Volkswagen-Konzern gibt den Unternehmensführern der beiden Lkw-Bauer MAN und Scania vier Wochen Zeit, um Vorschläge für die Hebung von Synergieeffekten im Fall eines Zusammenschlusses zu unterbreiten. MAN will unterdessen das Übernahmeangebot für Scania unter bestimmten Bedingungen wieder zurücknehmen.

HB/cha MÜNCHEN. Eine Zerschlagung des Münchner Traditionsunternehmens MAN sei nicht geplant, betonte VW-Chef Bernd Pischetsrieder am Montag in einer Telefonkonferenz. Zur künftigen Struktur eines wie auch immer gearteten Zusammenschlusses wollte er sich nicht äußern. VW ist größter Anteilseigner sowohl bei MAN als auch bei Scania.

Pischetsrieder setzte den Verhandlungsteams von MAN und Scania enge Grenzen für die Gespräche: „VW wird keinen Vorschlag akzeptieren, der mögliche Synergien opfert“, sagte er in einer Telefonkonferenz. Falls die beiden Lkw-Konzerne die von VW-erwarteten Ziele nicht erreichen, drohte Pischetsrieder mit feindlichen Schritten: „Es gäbe keine andere Möglichkeit“, sagte er, ohne in die Einzelheiten zu gehen.

Vorher hatte der VW-Vorstandsvorsitzende eine Liste mit sechs Punkten für mögliche Synergieeffekte vorgelegt, unter anderem bei der Entwicklung, den Verkaufsorganisationen, dem Service oder der Finanzierung und dem Flottenmanagement.

Zu ersten Mal deutete Pischetsrieder an, dass der Schutz der bestehenden VW-Sparte Leichte Nutzfahrzeuge eine treibende Kraft hinter dem Einstieg bei Scania im Jahr 2000 und jetzt bei MAN war: Immer mehr Kunden der VW-Transporter sind nach seinen Angaben Flottenkunden und „nicht mehr der Bäcker um die Ecke“. Diese Großkunden verlangen nach Angaben des VW-Chefs Service aus einer Hand für ihre Fahrzeuge, ob groß oder klein. Allerdings soll die Hannoveraner Transporter-Sparte nicht Teil des Lkw-Konzerns werden, möglicherweise aber die brasilianische VW-Tochter für schwere Lkw.

Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugekonzern MAN ist unter bestimmten Bedingungen zu einer Rücknahme seines Scania- Übernahmeangebotes bereit. Man strebe beim Zusammenschluss mit Scania kurzfristig eine einvernehmliche Lösung auf dem Verhandlungsweg an, erklärte das Unternehmen am Montag in München. „Das Ziel der Verhandlungen ist, das von der MAN AG vorgelegte industrielle Konzept zu realisieren."

MAN erwäge „unter bestimmten Bedingungen, die mit allen Beteiligten verhandelt werden müssen, das vorgelegte Übernahmeangebot für Scania AB zurückzuziehen“, teilte das Unternehmen am Montag in einer Erklärung mit. Eine mögliche Rücknahme des Angebots stehe unter dem Vorbehalt der Genehmigung der Schwedischen Finanzaufsicht. Sowohl Scania als auch der Volkswagen-Konzern, der bei beiden LKW-Bauern inzwischen Hauptanteilseigner ist, hatten sich gegen die Übernahmepläne aus München ausgesprochen.

MAN wollte den Vorstoß, das Angebot unter Umständen zurückzuziehen, zunächst nicht weiter kommentieren. Aus dem MAN-Umfeld hieß es jedoch, es müsse unter anderem sicher gestellt sein, dass es nicht zu einer Zerschlagung des MAN-Konzerns komme. Nach dem Vorstoß von MAN rechnet das Unternehmen nun offenbar mit einem „versöhnlichen" Signal aus Wolfsburg, hieß es in diesen Kreisen.

Die Rücknahme des Angebots scheint auch formal weniger kompliziert als zunächst befürchtet. Dazu reicht nach Agaben aus Industriekreisen ein „triftiger Grund", der der schwedischen Finanzmarktaufsicht zu melden ist. Die Weigerung der Großaktionäre, auf das ursprüngliche MAN-Angebot einzugehen, soll in diesem Zusammenhang ausreichen, hieß es.

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