Handelsblatt-Analyse
Smart kann Daimler-Ergebnis nicht retten

Daimler muss seine Gewinnprognose erneut nach unten korrigieren. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Gewinn vor Steuern von sechs Mrd. Euro. Insbesondere das Kerngeschäft mit Pkw- und Nutzfahrzeugen geht zurück. Den Kunden ist Mercedes zu teuer.

STUTTGART. Der zunehmende Trend zu billigeren Autos verhagelt dem Stuttgarter Autobauer das Quartalsergebnis. Das Absatzplus bei Smart kann den Rückgang bei der Marke Mercedes Benz - nicht kompensieren.

Bei der Präsentation der Zahlen musste der Daimler Konzern daher seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr schon zum zweiten Mal nach unten korrigieren. Das Unternehmen geht nur noch von einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von sechs Mrd. Euro aus. Die ursprünglich geplanten 7,7 Mrd. Euro wurden im Sommer bereits auf sieben Mrd. Euro reduziert. Doch auch die erneute Prognose berge Unsicherheiten, stellt Daimler klar.

Der Pkw- und Nutzfahrzeugabsatz ist im dritten Quartal im Vorjahresvergleich um drei Prozent zurückgegangen. Besonders die Sparte Mercedes-Benz Cars, das Flaggschiff des Konzerns hatte mit einem abrupten Nachfragerückgang in den wichtigen Kernmärkten zu kämpfen. Der Konzern erwartet im Gesamtjahr daher kein Wachstum mehr, sondern nur noch Absatzzahlen auf Vorjahresniveau. Der starke Verkaufsanstieg bei Smart um 20 Prozent konnte die um acht Prozent gesunkenen Verkaufszahlen bei der Marke Mercedes-Benz nicht ausgleichen. Der Absatz der Gesamtsparte reduzierte sich daher um sechs Prozent.

Noch Deutlicher wird der Rückgang beim Umsatz. Da Autos der Marke Smart günstiger verkauft werden als die der Ertragsperle Mercedes-Benz, bricht der Spartenumsatz um 18 Prozent und damit um das Dreifache des Absatzrückgangs ein.

Da Mercedes-Benz Cars fast die Hälfte des Konzernumsatzes ausmacht, schlägt sich dies in einem Rückgang des Quartalsumsatzes um sieben Prozent nieder.

Besonders drastisch ist der Rückgang des Ebit, welches 648 Mio. Euro nach 1,89 Mrd. Euro im Vorjahresquartal ausmacht. Auch bei Betrachtung des Neunmonatszeitraums ergibt sich ein Ebit- Rückgang um deutliche 36 Prozent. Der Konzern begründet sich mit Sonderfaktoren - unter anderem mit der Abwertung von Fahrzeug-Restwerten im Leasing-Geschäft sowie der Neueinschätzung von Restwerten bei Chrysler. An dem US-Autobauer hat Daimler noch einen Anteil von 20 Prozent. Die Sonderfaktoren belasten das Ergebnis im dritten Quartal mit insgesamt 765 Mio. Euro. Im vierten Quartal rechnet Daimler für das Ebit des Pkw- Geschäfts lediglich mit einer schwarzen Null.

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