Handelsblatt Auto-Gipfel
„Nicht nur in Limburg investiert man in Gebäude“

Daimler-Chef Zetsche setzt auf Expansion, und zwar nicht nur in China: „Wer traditionelle Märkte abschreibt, irrt gewaltig", sagt er. Mit Audi-Chef Stadler eint ihn nicht viel - außer dem Kampf gegen die Abgas-Regeln.
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MünchenDie deutsche Automobilindustrie trifft sich auf dem Handelsblatt-Autogipfel in München. Neue und alte Absatzmärkte, die Technik der Zukunft und nicht zuletzt die Politik treiben die Branche um, für die beim Auftakt am Montag im Hotel Bayerischer Hof Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche und Audi-Chef Rupert Stadler sprachen. Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart betonte die Bedeutung der deutschen Autoindustrie in seiner Begrüßung. „Der Herzmuskel unserer Volkswirtschaft schlägt kräftiger denn je“, sagte Steingart. „Mit ihrer Technologie sind Sie im Ausland erfolgreicher als der eigene Außenminister“, wandte sich der Handelsblatt-Herausgeber an die Teilnehmer des Autogipfels.

Die Zuwächse im Ausland waren nach dieser Einleitung das erste Thema von Audi-Chef Rupert Stadler. Der Autoabsatz in Asien und der Pazifikregion werde bis zum Jahr 2020 um 50 Prozent wachsen, sagte Stadler voraus. Jeder zweite Neuwagen werde dann in Asien rollen. In China gebe es aktuell „leichte Abkühlungseffekte“, aber immer noch überdurchschnittliches Wachstum. Ernüchternd klang sein Ausblick für Westeuropa. „Der Gesamtmarkt wird sich erst zum Ende des Jahrzehnts erholt haben“.

Dennoch bleibe Europa „in Sachen Innovation der Leitmarkt“, betonte Stadler. Daimler-Chef Dieter Zetsche stimmte seinem Konkurrenten aus Ingolstadt zu, zeigte aber auch auf, dass „Europa versus Wachstumsmärkte“ kein Gegensatz sein müsse. Daimler habe im laufenden Jahr gegen den Trend in Europa zugelegt. Seine Schlussforderung: „Wer die traditionellen Märkte abschreibt, der irrt gewaltig.“

Für ihn gelte das Motto „Sowohl als auch“. Beim Absatz müsse man auf die Wachstumsmärkte schauen, aber auch auf Europa. Bei der Technologie neue Mobilitätsformen wie das E-Auto entwickeln, aber auch am Verbrennungsmotor arbeiten, bei den Produkten sowohl erfolgreiche Kompaktwagen herstellen, als auch Premiummodelle wie die S-Klasse. Und in der Produktion schließlich müsse eben in China, aber auch in Stuttgart Geld in die Hand genommen werden. „Nicht nur in Limburg investiert man in Gebäude und Anlagen“, scherzte Zetsche in Anspielung auf den teuren Umbau des Dienstsitzes des Limburger Bischofs.

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China ist der Schlüssel zum Erfolg

Kommentare zu " Handelsblatt Auto-Gipfel: „Nicht nur in Limburg investiert man in Gebäude“"

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  • Dieses Bauwerk dient aber keinem vernünftigen Zweck. Ein Flughafen hat wenigstens eine Aufgabe, die man sehen kann. Die antiken Beschwörungsformeln eines Bischofs benötigt kein Mensch. Wenn ein Teller Suppe nur einen Euro kostet, dann hätte Tebartz-van Elzt 31 Millionen davon ausgeben können und wäre niemals kritisert worden.

  • seltsam über den Bischof sagt jeder was. Immerhin ist es ein fertiges und schönes Bauwerk geworden. Die Zahlen des BER und über die Verantwortlichen Wowereit und Senat in Berlin und Brandenburg schreibt niemand. Die Dimensionen der Steuerverschwendug ist im Vergleich immens.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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