Handelsblatt-Bilanzvergleich
Fusionierte Firmen wachsen langsamer

Fusionierte Unternehmen erhöhen Umsätze und Gewinne meistens weniger stark als vor der Übernahme. Das geht aus einem Bilanzvergleich des Handelsblatts der an 30 Großfusionen beteiligten Unternehmen hervor.

DÜSSELDORF. Bislang war nur bekannt, dass sich die Fusionen oft nicht für die Aktionäre auszahlen. Wie die Bilanzen zeigen, rechneten sich hinsichtlich Umsatz- und Gewinndynamik die 15 größten Deals mit deutschen Angreifern in den vergangenen zehn Jahren nur in drei Fällen: für Bayer beim Kauf der Aventis-Pflanzenschutzsparte Cropscience, für Eon bei der Übernahme von Powergen und für die Deutsche Telekom beim Kauf des britischen Handyanbieters One2One. Ansonsten sind die Ergebnisse enttäuschend.

Fast immer sinkt nach Fusionen die Umsatz- und Ergebnisdynamik. Oft gehen die Erlöse und Gewinne sogar zurück. Der Allianz etwa ging es nach der Übernahme der Dresdner Bank schlechter als vorher. Gleiches gilt für RWE nach dem Kauf von Thames Water. Das eklatanteste Negativbeispiel bietet der Autokonzern Daimler-Chrysler. Seit dem Kauf von Chrysler 1998 halbierte sich nicht nur der Aktienkurs. Auch der Nettogewinn sank jährlich durchschnittlich um sechs Prozent, der Umsatz ging ebenfalls zurück.

Bei den weltweit 15 größten Deals fällt die Bilanz noch schlechter aus. Das gilt beispielsweise für die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone und die Verschmelzung von AOL mit Time-Warner.

Grundlage des Bilanzvergleichs waren die größten Übernahmen, 15 weltweit und 15 mit deutschem Angreifer. Berechnet wurden Umsatz, Nettogewinn und Kursentwicklung nach dem Zusammengehen und im gleich langen Zeitraum vor dem Deal.

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