Handelsblatt Deutschland Dinner: Mehr Aufgaben für Daimler durch die Digitalisierung

Handelsblatt Deutschland Dinner
„Ein Stern, der glänzt“

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Mehr Aufgaben für Daimler durch die Digitalisierung

Auch unangenehmen Fragen der Handelsblatt-Leser nach den Auswirkungen der Trends zur Elektromobilität oder Digitalisierung auf die Beschäftigung in der Autoindustrie wich Zetsche nicht aus. „Von der Transformation sind viele Beschäftigte betroffen”, sagte Zetsche in Stuttgart. Doch fielen nicht nur Aufgaben weg, sondern es entstünden auch viele neue – „zahlenmäßig eher größer als kleiner.” Es mache aber keinen Sinn, wenn die Autoindustrie am „Heizer auf der E-Lock” festhalte. Die digitalen Dienste im Auto dürften nicht Dritten überlassen werden, betonte der Daimler-CEO im Hinblick auf Google. Auch wenn der Internetgigant inzwischen finanzkräftiger als Daimler sei, ist Zetsche überzeugt, dass die Schwaben ihre Mittel zielgerichteter einsetzen können, um sich zu behaupten.

Steingart mahnt die Industrie, sich nicht selbst zu überschätzen. Daimler habe eine Finanzkapitalisierung von nicht einmal 70 Milliarden Euro, Google komme auf 500 Milliarden. Google mache doppelt so viel Gewinn wie der Autobauer, könne auf gigantische Finanzpolster zurückgreifen und habe die Möglichkeit sich fast unbegrenzt Geld am Kapitalmarkt besorgen. Zetsche sprach von der „Krake“ Google, doch für den Kampf auf der Kapitalseite sei Daimler gut gerüstet.

Zetsche traut sich auch auf anderem Parkett etwas. Statt wie viele Unternehmenslenker einen Bogen um die Politik zu machen, ging der Turnschuh-CEO Mitte November auf den Parteitag der Grünen. Trotz Pfiffen und Buhrufen von Teilen der Delegierten habe er sich „eigentlich ganz wohl gefühlt“, bekennt Zetsche. „Man ist von den Grundzielen gar nicht so weit entfernt“, sagt der Daimler-Chef, der mit dem grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann im Ländle mittlerweile gut auskommt.

Am heutigen Mittwoch weiht Kretschmann mit Zetsche das neue Technologiezentrum in Sindelfingen ein. Ob der Daimler-Chef mit einer Schwarz-Grünen Bundesregierung in Berlin leben könnte? „Das kann mir sehr wohl vorstellen“, sagt Zetsche – jedenfalls besser als eine Regierung, an der die Linke beteiligt sei. Mit einem Votum für eine Partei im kommenden Bundestagswahlkampf will sich Zetsche aber zurückhalten. „Die Wähler sollen entscheiden“.

„Als was möchten Sie in Erinnerung bleiben?“, fragt ein Handelsblatt-Leser. Da holt Dieter Zetsche ein bisschen aus, redet über seine Unternehmensphilosophie, über Transformation und Wettbewerbsfähigkeit. Doch dann kommt er zum Punkt. „Ein Stern, der glänzt“. Wenn nur ein Satz von Dieter Zetsche in Erinnerung bleiben sollte, dann dieser.

Lesen Sie das ganze Interview am Freitag im Premium-Bereich oder in der Print-Ausgabe auf zwei Doppelseiten.

Networking auf höchstem Niveau
Einmal im Quartal lädt das Handelsblatt die Mitglieder des Handelsblatt Wirtschaftsclubs nach Düsseldorf, Hamburg, Berlin, München und Frankfurt zu Club-Gesprächen ein. Mit Entscheidern aus Politik, Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft wird im kleinen Rahmen über aktuelle Themen diskutiert. Regelmäßig finden in festlichem Rahmen Deutschland-Dinner statt. Zudem gibt es viele Branchen-Konferenzen und -Jahrestagungen – der Handelsblatt Wirtschaftsclub öffnet Ihnen die Türen zu diesen Events.

Eine Übersicht über die geplanten Club-Events und die Termine finden Sie unter club.handelsblatt.com.

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Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent

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  • In Baden-Württemberg hängen Wohl und Wehe der Wirtschaft und der Bürger in hohem Maße von Daimler ab. Ein verständiger Mensch ist deshalb Herrn Dr. Zetsche von Herzen dankbar, dass er seine Firma sehr erfolgreich führt. Also ein Hoch auf Herrn Dr. Zetsche.

    Eine ganz andere Frage ist, ob Interviws mit ihm neue Erkenntnisse bringen. Schlagworte wie "Elektroantrieb", "autonomes Fahren", "Digitalisierung" und "neue Herausforderer" sind wirklich nicht neu. Und diese Worthüsen werden von Herrn Dr. Zetsche auch nicht durch Beispiele veranschaulicht oder auf irgend eine Weise mit Leben erfüllt.

    Fazit: Wer nichts sagen will, sagt eben nichts. Aber muß man das abdrucken?

  • @ Herr Eduardo Lopez

    >> Wer war der Vorstandsvorsitzende, der den Zusammenschluss zur DaimlerChrysler AG als „Hochzeit im Himmel“ betitelte: Jürgen Schrempp >>

    Wer war die Rechte Hand von Schrempp und hat die Sache in USA gemanagt : Zetsche !

    >> Wer hat 2007 die Trennung von Chrysler abgeschlossen: Dieter Zetsche >>

    Die Trennung haben die Daimler Verluste mi Chrysler herbeigeführt. Zetsche war zu dieser Zeit das Männchen, das diese Trennung vollziehen mußte !

    >> Dieter Zetsche: Einer der ganz fähigen Konzernlenker, vom dem auch die Belegschaft durch seine klugen Entscheidungen finanziell gut profitiert. >>

    Insbesondere profitieren von diesem ahnungslosen Bonireiter ( er und Schrempp haben übrigens das Boni-System der Amis in D hoffähig gemacht ) die zahllose Prekärarbeiter und Mitarbeiter 2 Klasse ( Sklaven der Agenda ) aus Werkverträgen !

    Zetsche ist ein Blender und Ausbeuter !


  • Meines Erachtens vertritt Herr Zetsche nicht das Unternehmen und dessen Anteilseigner und sollte ersetzt werden.

    Zetsche biedert sich bei einer gesellschaftlichen Gruppe an die die Abschaffung des Autos propagiert. Diese strebt letztlich eine verarmte Gesellschaft an in der sich nur mehr wenige ein Elektroauto leisten können. Das ist nicht im Interesse des Unternehmens.

    Grüne sind im stagnierenden Absatzmarkt Deutschland die besten Kunden von Daimler. Allerdings sind diese in ihrem seltsamen, destruktiven Glauben regelmässig nicht konsequent. Grüne habe ich in Deutschland oft erlebt als Paar die auf 200m2 Wohnfläche wohnen, täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren, andererseits gegen alle Strassen, Gentechnik, Biofutter kaufen, umweltfreundliche Kernkraftwerke und vielleicht auch noch für den Weltuntergang durch die "Klimaerwärmung" sind.

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