Handelsblatt exklusiv
MAN soll über Ferrostaal verhandeln

Der arabische Staatsfonds IPIC hat MAN zu neuen Verhandlungen über die Komplettübernahme der Ferrostaal AG aufgefordert.
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Stuttgart

"Nichtsdestotrotz wird es keine Lösung zu jedem Preis geben", sagte ein IPIC-Sprecher dem Handelsblatt. MAN müsse als ehemaliger Haupteigentümer und Muttergesellschaftler seiner Verantwortung gerecht werden.

IPIC und MAN hatten Ende Februar die Gespräche über die Komplettübernahme der Ferrostaal AG durch die Araber abgebrochen. Zwar hatte sich MAN bereit erklärt, Kosten für die Aufarbeitung der Korruptionsvorwürfe in Höhe von über einer halben Milliarden Euro zu übernehmen. Allerdings hatten die Münchener zugleich neue Bedingungen an die Einigung geknüpft.

IPIC hatte im Jahr 2009 ein Aktienpaket von 70 Prozent erworben, zu einem späteren Zeitpunkt sollten die verbliebenen Anteile übernommen werden. Wenige Monate nach dem Einstieg offenbarte sich aber das volle Ausmaß der Schmiergeldaffäre bei Ferrostaal.

Mitarbeiter des Industriedienstleisters sollen rund um den Globus Politiker und Beamte bestochen haben, um Aufträge zu bekommen. So sieht es zumindest die Staatsanwaltschaft München, die noch immer gegen frühere Mitarbeiter ermittelt.

Um das Verfahren gegen Ferrostaal beizulegen, sollte MAN ein Bußgeld von 196 Millionen Euro sowie die Kosten für die internen Ermittlungen übernehmen. Dies sieht eine Einigung vor, die dem Handelsblatt vorliegt.

Das Papier von Mitte Februar wurde zwar nicht unterschrieben, soll nun aber als Grundlage für den neuen Einigungsanlauf sein. Der IPIC-Sprecher nannte das Papier ein "faires Angebot".

Er betonte, dass der Staatsfonds weiter an einer Komplettübernahme von Ferrostaal interessiert ist. Bei einer gütlichen Einigung würde das laufende Schiedsverfahren gestoppt werden, über das IPIC das eine Rückabwicklung des Deals erreichen will.

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