Handelsblatt-Interview: BDI-Chef Thumann kritisiert hohe Strompreise

Handelsblatt-Interview
BDI-Chef Thumann kritisiert hohe Strompreise

Jürgen Thumann fordert von den Energiekonzernen ein Bekenntnis zu mehr Wettbewerb. Durch die hohen Strompreise habe Deutschland in diesem Bereich ein großes Problem. Der BDI-Präsident im Handelsblatt-Interview.

BERLIN. „Ich sage ganz eindeutig an die Adresse der Erzeuger: Wir brauchen mehr Wettbewerb. Damit meine ich mehr Wettbewerb innerhalb Deutschlands, aber auch mehr Wettbewerb auf dem internationalen Energiemarkt“, sagte Thumann dem Handelsblatt.

Er kritisierte, die Strompreise in Deutschland seien zu hoch. „Wir zahlen innerhalb der EU mit die höchsten Strompreise. Für unsere Industrie ist das im internationalen Wettbewerb ein großes Problem. Natürlich können wir uns nicht von der Entwicklung auf den Rohstoffmärkten loslösen. Auch ist die Belastung der Strompreise durch staatliche Abgaben in Deutschland besonders groß. 1998 summierte sie sich auf 2,3 Mrd. Euro. 2005 waren es bereits 12 Mrd. Euro.“

Nach Einschätzung des BDI-Präsidenten funktioniert der Stromhandel an der Leipziger Strombörse noch nicht reibungslos: „Die Börse hat sich nicht so entwickelt wie wir uns das erhofft haben. Das liegt daran, dass die dort gehandelten Mengen einfach nicht groß genug sind. Außerdem mangelt es an Transparenz. Ingesamt ist da einiges nachzuarbeiten.“

Thumann sprach sich für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken aus. „Unsere Unternehmen brauchen eine verlässliche und bezahlbare Versorgung bei der Grundlast im Strombereich. Die Kernkraftwerke sichern 50 Prozent dieser Grundlast. Dieser Anteil lässt sich nicht so einfach ersetzen, schon gar nicht durch erneuerbare Energieträger. Der im Atomkonsens vereinbarte Ausstieg bis 2021 erzeugt einen unnötigen Druck. Darum wird über längere Laufzeiten diskutiert. Der Neubau von Atomkraftwerken steht aber nicht zur Debatte.“

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