Handelsblatt-Ranking
Deutschlands Konzernen fehlt ein Stück zum Glück

Die deutschen Konzerne festigen ihre führende Stellung in Europa. Die größte Volkswirtschaft stellt mit Daimler-Chrysler, Volkswagen, Siemens und Eon wie im Vorjahr vier der zehn umsatzstärksten Firmen und damit mehr als alle anderen Länder. Das zeigt das Handelsblatt-Ranking der 500 größten europäischen Industrie-Unternehmen. Doch die Deutschen haben eine Schwäche.

DÜSSELDORF. Obwohl viele Firmen wie BASF ihre gute Stellung dank der boomenden Weltwirtschaft sogar noch ausbauten, profitierten sie an der Börse kaum. Unter den Top 10 nach Marktwert findet sich kein deutsches Unternehmen. Russlands Energieriese Gazprom ist mit 165 Mrd. Euro am wertvollsten. Siemens kostet als teuerstes deutsches Unternehmen nicht einmal halb so viel und kommt in diesem Ranking nur auf Platz 14. Vor zwei Jahrzehnten gehörten mit Daimler-Benz, Siemens, Hoechst, Bayer und BASF noch fünf deutsche Industrie-Unternehmen zu den zehn wertvollsten in Europa.

Ein Grund für die niedrigen Bewertungen sind nach Ansicht von Analysten die bescheidenen Renditen deutscher Konzerne. „Deutschland leidet unter hohen Arbeitskosten. Dadurch arbeiten die Unternehmen weniger profitabel“, meint Bernd Janssen von der Schweizer Großbank UBS. Insgesamt erzielten die Industrieunternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) im letzten Geschäftsjahr eine Marge von nur 4,7 Prozent. In Frankreich, Italien und Großbritannien kommen die Großkonzerne auf eine fast doppelt so hohe Marge, in den USA auf noch höhere Werte.

Die Konzerne in anderen Ländern sind weiter als die deutschen Unternehmen, wenn es um straffere Produktionsprozesse und das Verlagern einfacher Arbeitsschritte in Billiglohnländer geht. „Dieser Restrukturierungstrend wird in Deutschland erst noch zum Dauerthema. Das erleben wir gerade bei Siemens oder der Telekom“, sagt Steffen Neumann von der Landesbank Baden-Württemberg. Die beiden Konzerne arbeiten an mehr Effizienz und trennen sich von unrentablen Bereichen. „Da ist noch viel zu ernten, was die Konzerne gerade erst säen“, sagt Neumann.

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