Handelsblatt-Ranking
Frankreichs Konzernen geht die Luft aus

In Zeiten der Krise bleibt nichts, wie es ist. Fast. Denn am Spitzenplatz des Ölkonzerns Total im Handelsblatt-Ranking der 30 größten börsennotierten Industrie-Unternehmen Frankreichs ändert die derzeitige wirtschaftliche Situation nichts. Kein Wunder: Zu groß ist der Abstand bei Umsatz und Gewinn zwischen dem Öl-Riesen und Frankreichs übrigen Top-Unternehmen, denen die Krise mächtig zusetzt.

PARIS. Totals Umsatz ist fast doppelt so hoch wie der des Handelsriesen Carrefour, der Nummer zwei im Umsatzranking. 2008 hatte der Ölpreis schwindelerregende Höhen erreicht, um dann angesichts großer Rezessionssorgen abzustürzen. Deshalb hat Total unter dem Strich "nur" zehn Mrd. Euro verdient. Die Bilanzregeln zwingen den Konzern, seine Ölvorräte zu Marktpreisen zu bewerten. Auf den Bilanzgewinn drückte, dass der Ölpreis von 140 Dollar im Sommer 2008 auf unter 40 Dollar im Dezember einbrach. Inzwischen werden für das Barrel Öl wieder gut 70 Dollar bezahlt.

Total-Chef Cristophe de Margerie tritt zwar mit Blick auf künftige Gewinne auf die Euphoriebremse. Das hindert den Konzern aber nicht daran, bei Investitionen weiter Gas zu geben: Genauso wie 2008 will Total auch in diesem Jahr 18 Mrd. Euro in neue Ölfelder und Energie-Technologien investieren. So bewirbt sich Total gemeinsam mit Partner GDF-Suez um den Bau von Atommeilern in Abu Dhabi.

Bemerkenswert ist der Aufstieg von GDF-Suez auf Rang drei und an dem Erzrivalen EDF vorbei. Ziel ist es, die Vorherrschaft von EDF auch bei Atomstrom zu brechen. Deshalb hat der Konzern - erfolgreich - Lobby-Arbeit bei Staatschef Nicolas Sarkozy betrieben, um beim geplanten zweiten Atomreaktor beteiligt zu werden. Für den neuen Meiler sucht EDF noch weitere Industriepartner, und hofft dabei auf einen Einstieg des deutschen Energieriesen Eon.

Doch ansonsten überwiegt Tristesse. Die meisten Unternehmen mussten der Wirtschaftskrise Tribut zollen und trotz weiter steigender Umsätze empfindliche Gewinneinbußen hinnehmen. Ganze fünf Unternehmen schafften noch ein Plus. So müssen sich Frankreichs Autokonzerne mächtig strecken, wollen sie ihre Investitionen in neue Modelle nicht zusammen streichen. Der weltweite Nachfrageeinbruch lässt die Einnahmen wegbrechen, Renault und PSA Peugeot Citroen verbrennen daher Cash. Die schlechte Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr lässt sie im Ranking abrutschen: Peugeot gibt zwei Plätze ab und fällt auf Rang fünf.

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