Handelsblatt-Tagung
Stahlindustrie rechnet mit schwerem Jahr

Nach einem drastischen Nachfragerückgang rechnet die deutsche Stahlindustrie im laufenden Jahr mit einem Einbruch der Rohstahlerzeugung unter die Grenze von 40 Millionen Tonnen. Damit verschärft sich Abwärtstrend weiter.

HB DÜSSELDORF. "2009 wird ein schweres Jahr für den Stahlmarkt", sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans-Jürgen Kerkhoff, am Mittwoch bei der 13. Handelsblatt Jahrestagung "Stahlmarkt 2009" in Düsseldorf.

Die Branche sehe jedoch Chancen, dass die Rohstahlerzeugung trotz einer "außerordentlich schwierigen Lage" auf dem deutschen Markt im zweiten Halbjahr wieder anziehen werde, sagte Kerkhoff. Es werde zumindest mit einer Stabilisierung des Stahlbedarfs gerechnet. Wichtige Impulse würden auch von den Konjunkturprogrammen der Bundesregierung erwartet.

Bereits im vergangenen Jahr war die deutsche Rohstahlproduktion im Vergleich zum Rekordjahr 2007 um 2,7 Mio. Tonnen auf 45,8 Mio. Tonnen zurückgegangen. Allein im vierten Quartal brach die Rohstahlproduktion in Deutschland um 20 Prozent ein. Im Januar 2009 habe sich die Krise mit einem Rückgang um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat noch einmal deutlich verschärft, sagte Kerkhoff. Die Auslastung der Kapazitäten habe mit nur noch 60 Prozent einen langjährigen Tiefstand erreicht.

Hintergrund der stark gesunkenen Auslastung sei die Krise bei vielen Stahlverarbeitern. "Viele unserer Kunden wie zum Beispiel die Automobilindustrie inklusive Zulieferer, der Maschinenbau oder die Hersteller von Metallwaren melden scharfe Einbrüche", sagte Kerkhoff. Die Kunden der Stahlunternehmen hätten im vierten Quartal 2008 Auftragsrückgänge um gut 30 Prozent hinnehmen müssen.

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