Handelsblatt-Umfrage
Firmen schicken mehr Mitarbeiter ins Ausland

Personal-Entsendungen ins Ausland haben Konjunktur. 38,6 Prozent der deutschen Unternehmen wollen im kommenden Jahr mehr Mitarbeiter ins Ausland schicken. Der Trend geht klar in Richtung Osten.

HB DÜSSELDORF. Nur 3,4 Prozent der Firmen planen, die Zahl der befristeten Entsendungen zu reduzieren. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Handelsblatts unter 125 großen und mittelständischen Unternehmen. Zusammen haben die befragten Firmen fast 11 000 ins Ausland entsandte Mitarbeiter, so genannte Expats.

China liegt als Ziel gleichauf mit Osteuropa. Dorthin wollen je sechs von zehn Unternehmen mehr Mitarbeiter entsenden. Auch Indien (39,1 Prozent) ist ein Magnet ebenso wie das übrige Asien (42,9 Prozent). Nach Westeuropa will immerhin ein Viertel der Unternehmen mehr Mitarbeiter schicken. Wenn überhaupt Expat-Stellen spürbar abgebaut werden, dann in Nordamerika. Dies planen knapp 16 Prozent der befragten Unternehmen.

Ein Auslandsaufenthalt zieht nicht automatisch einen Karrieresprung nach sich. Im Gegenteil: Wer zu lange weg ist, gefährdet seine Karriere daheim. 39,1 Prozent der befragten Unternehmen meinen: Expats sollten höchstens drei Jahre am Stück im Ausland bleiben, um karrieremäßig nicht den Anschluss zu verlieren. Weitere 27,6 Prozent sehen die kritische Grenze bei fünf Jahren.

Ein Grund für die Probleme bei der Heimkehr: 71,6 Prozent der Unternehmen haben kein Programm zur Wiedereingliederung. „Rückkehrer fühlen sich in der Firma oft allein gelassen, ihre beruflichen Erfahrungen werden wenig genutzt“, bestätigt Kirsten Nazarkiewicz, Deutschland-Chefin des europäischen Expat-Dienstleisters Net Expat. Die Folge: Frustrierte Rückkehrer kündigen oft. "Unternehmen verlieren so wichtige Know-how-Träger, in die sie teuer investiert haben“, warnt Mark Smith, Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.

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