Handelsblatt-Umfrage
Metro und Großbanken bilden weniger aus

Die größten deutschen Unternehmen werden ihr Versprechen an die Kanzlerin und Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD), in diesem Jahr bei der Ausbildung nicht nachzulassen, unterm Strich voraussichtlich knapp halten. Das ergab eine Umfrage des Handelsblatts unter den Dax-30-Unternehmen.

BERLIN. Danach werden gut ein Drittel der Konzerne im Herbst ebenso viele Auszubildende neu einstellen wie im Vorjahr, acht Konzerne werden die Zahl aufstocken. Sieben Unternehmen jedoch werden bei der Ausbildung kürzer treten: Allen voran die Metro, aber auch die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Ob das Ergebnis für die Gesamtwirtschaft trotz Krise ähnlich positiv ausfällt, steht hingegen noch in den Sternen. Bisher zeigt der Trend deutlich nach unten: Ende Juni hatten die Betriebe in Industrie und Handel rund zehn Prozent weniger neue Azubis angeheuert als 2008. Das Handwerk meldet ähnliche Zahlen. Teilweise liegt das auch an der sinkenden Bewerberzahl - vor allem im Osten.

Bundesarbeitsminister Scholz hatte dennoch massiv darauf gedrängt, die Wirtschaft müsse dieses Jahr 600 000 Verträge abschließen. 2008 waren es 616 000, davor sogar 625 000. Trotz sinkender Zahl der Schulabgänger gebe es noch genügend Altbewerber, argumentiert Scholz. Zudem müsse die Wirtschaft aus eigenem Interesse trotz Krise möglichst viele Azubis ausbilden. Alle Experten sind sich einig, dass im nächsten Aufschwung der Fachkräftemangel dramatisch wird.

Nun kommt es darauf an, wie sich der Ausbildungsmarkt bis zum September entwickelt. Denn die große Masse der Unternehmen schließt - anders als Großbetriebe - die Verträge oft erst kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres im Herbst. Die massive Unsicherheit in der aktuellen Krise verstärkt diesen Trend noch.

Beim Handelsriesen Metro schlägt der angelaufene Konzernumbau auch kräftig auf die Ausbildung durch: Statt 3 154 Auszubildende stellt der Konzern dieses Jahr nur 2 500 neu ein. Man habe sich zu dieser "moderaten Reduzierung" entschlossen, um künftig einen größeren Teil der Azubis auch übernehmen zu können, sagte ein Sprecher. Zudem habe das Unternehmen in der Vergangenheit ohnehin "in außergewöhnlichem Maße" Verantwortung für die Lehre übernommen. Die Azubiquote der Metro - also Lehrlinge pro hundert Beschäftigte - beträgt 8,7 Prozent, das liegt deutlich über dem Branchenschnitt.

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