Handelspartner
Die Schwierigkeiten des Westens mit Iran

Iran ist für deutsche Unternehmen ein strategisch wichtiger Handelspartner. Deshalb ist es für sie schmerzhaft die Zusammenarbeit mit dem Land aufzugeben. Aber es zahlreiche Sanktionen gegen das Land zwingen sie dazu.
  • 0

Als Konsequenz aus dem Konflikt des Westens mit Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm haben mehrere deutsche Unternehmen ihre Zusammenarbeit mit dem Land abgebrochen. Im Herbst hatte der Essener Stahlkonzern Thyssen-Krupp beschlossen, keine neuen Geschäfte mit iranischen Kunden abzuschließen. Bestehende Projekte sollten so schnell wie möglich beendet werden. Auch der Rückversicherer Munich Re, der Gasehersteller Linde, der Mischkonzern Siemens oder der Versicherer Allianz hatten sich zurückgezogen.

Die Trennung geht für die deutschen Unternehmen nicht ohne Schmerz vor sich. Denn Iran gilt zwar nicht als einer der größten, jedoch als strategischer Handelspartner. Das Potenzial ist enorm, denn Iran ist ein ausgesprochen junges Land; der Altersdurchschnitt liegt bei gerade einmal 26 Jahren. Schon heute importiert Iran Waren und Dienstleistungen für mehr als 60 Milliarden Dollar - trotz der Sanktionen.

Deutsche Unternehmen lieferten im vergangenen Jahr laut Statistischem Bundesamt Waren im Wert von rund 3,7 Milliarden Euro an das Land. Nicht eingerechnet sind dabei die Re-Exporte - die Dunkelziffer der deutschen Exporte könnte somit noch weitaus höher liegen. Auch die Einfuhren der Deutschen sind beachtlich: Das Import-Volumen Deutschlands aus Iran erreichte im vergangenen Jahr einen Gegenwert von 655 Millionen Euro.

Die deutschen Regierungsparteien machen sich offensichtlich über die eigenen fragwürdigen Handelsbeziehungen keine Illusionen. Der außenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von CDU und CSU, Philip Mißfelder, hatte zu Beginn des Jahres Nachholbedarf durchblicken lassen: "Die bisherigen Iran-Sanktionen waren halbherzig."

In Teheran gibt man sich angesichts der bisherigen Sanktionsmaßnahmen allerdings unbeeindruckt: "Egal wie viele Resolutionen noch kommen, wir werden unsere Uran-Anreicherung fortsetzen", sagte Irans Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Asghar Soltanieh.

Seite 1:

Die Schwierigkeiten des Westens mit Iran

Seite 2:

Die Sanktionen im Einzelnen:

Kommentare zu " Handelspartner: Die Schwierigkeiten des Westens mit Iran"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%