Handelsstreit USA heben Sanktionen gegen Maschinenbauer Sulzer auf

Amerikanische Banken hatten die Konten von Sulzer gesperrt, weil ein russischer Oligarch am Unternehmen beteiligt ist. Nun folgt die Kehrtwende.
Update: 12.04.2018 - 15:34 Uhr 2 Kommentare
Sulzer: USA heben Sanktionen gegen den Maschinenbauer auf Quelle: AP
Viktor Vekselberg

Der russische Oligarch ist Hauptaktionär bei Sulzer.

(Foto: AP)

ZürichDer Schweizer Maschinenbauer Sulzer kann aufatmen. Das US-Finanzministerium befreite den Konzern von den Sanktionen, die Sulzer in Zusammenhang mit seinem größten Aktionär aufgebrummmt wurden. Damit könne das Unternehmen den normalen Betrieb nach mehreren schwierigen Tagen wieder aufnehmen, teilte Sulzer am Donnerstag mit.

„Wir sind froh, dass das gelöst ist“, sagte Konzernchef Greg Poux-Guillaume zur Nachrichtenagentur Reuters. „Das war eine ziemlich surreale Erfahrung.“ An der Börse kletterten die Aktien neun Prozent und machten damit knapp die Hälfte der Vortagesverluste wieder wett.

Das US-Finanzministerium hatte am Freitag gegen sieben Russen und zwölf ihrer Firmen Strafmaßnahmen verhängt, weil sich Russland in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingemischt haben soll. Im Visier der Amerikaner standen zudem Gesellschaften, an denen die Oligarchen die Mehrheit besitzen.

Dazu gehörte auch Sulzer, an der der superreiche Magnat Viktor Vekselberg mehr als 63 Prozent der Anteile hielt. Der Winterthurer Konzern vereinbarte deshalb über das Wochenende, eigene Aktien von Vekselbergs Renova zu kaufen, sodass dessen Anteil unter 50 Prozent fällt.

Am Mittwochabend gab nun das US-Finanzministerium grünes Licht für die Transaktion. Sulzer unternehme nun die notwendigen Schritte, um eine Freigabe der blockierten Vermögenswerte zu erreichen, hieß es in der Mitteilung. Im Falle der Bankkonten könnte das bis Ende der Woche dauern, sagte Poux-Guillaume.

Um selbst Strafmaßnahmen der US-Behörden zu vermeiden, hatten Banken Sulzer drei Tage von US-Dollar-Transaktionen abgeschnitten. „45 Prozent unseres Geschäfts entfallen auf die Öl- und Gasbranche“, erklärte der Vorstandschef. „Wenn man nicht in Dollar abwickeln kann, ist man in Schwierigkeiten.“

So seien etwa die Firmen-Kreditkarten von einer US-Bank gesperrt worden. Obwohl das Geschäft kurzfristig erheblich beeinträchtigt worden sei, rechnet der Konzern langfristig nicht mit Bremsspuren. Einzelheiten zum Auftragseingang für das erste Quartal will Sulzer am 19. April veröffentlichen.

Ganz mochten sich die Anleger noch nicht entspannen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt erneut Sanktionen ergriffen würden, erklärte ZKB-Analyst Armin Rechberger. Zudem sei möglich, dass Renova die inzwischen auf 48,8 Prozent reduzierte Beteiligung weiter abbaue. Die Anteile, die Sulzer von Renova übernommen habe, wolle der Konzern über die kommenden Jahre am Markt verkaufen.

Insidern zufolge könnten sich Firmen in einer ähnlichen Situation ein Beispiel an Sulzer nehmen. Dazu gehört der russische Aluminiumriese Rusal, an dem Oleg Deripaska und Vekselberg bedeutende Anteile halten.

„Wenn die russische Regierung Aktien von Deripaska und Vekselberg kauft und ihre Beteiligung unter 50 Prozent sinkt, kann Rusal um eine Streichung von der Liste ersuchen“, erklärte eine mit den Überlegungen der Rusal-Aktionäre vertraute Person. Es gebe allerdings keine Garantie, dass die US-Behörde darauf eingehe.

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2 Kommentare zu "Handelsstreit: USA heben Sanktionen gegen Maschinenbauer Sulzer auf"

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  • Diese Geschichte macht ganz deutlich was eventuell passieren kann wenn Konzerne sich nicht gegen Übernahmen durch Russische Oligarchen wehren.

  • Auf amerikanischer Seite hat man erst jezt seine jüdische Wurzeln erkannt...
    aufgrund seines Reichtums gehört er natürlich zur jüdischen Welt- Finazelite !!
    Seltsam ist, dass er sein Geld bevorzugt in westliche Firmen investiert und nicht in Ukrainische wo er doch herstammt .....

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