Handelsvolumina deuten auf institutionelle Anleger
Großinvestoren steigen bei VW ein

Der VW-Konzern hat nach eigenen Angaben keine Hinweise darauf, dass sich ein Großinvestor mit VW-Papieren eindeckt. Darauf deuten aber die ungewöhnlich hohen Umsätze hin.

HB FRANKFURT. Die Dynamik, die das Management des Wolfsburger VW-Konzerns seit dem Frühjahr an den Tag legt, hat nun auch den Aktienkurs erfasst. Allein gestern legte das VW-Papier gegen den Trend um zeitweise fünf Prozent zu, seit Monatsbeginn stieg der Wert um rund 20 Prozent. „Vor allem amerikanische und Schweizer Banken kaufen in großem Stil“, sagte ein Händler in Frankfurt. Darüber, in wessen Auftrag sie kaufen, gibt es bislang allerdings nur Spekulationen. „Jemand dreht ein großes Rad“, ist sich Patrick Juchemich, Autoanalyst bei Sal. Oppenheim, sicher.

Positiv auf die Bewertung von Europas größtem Autobauer wirkt sich aus, dass das Management zuletzt ambitionierte Ergebnisziele veröffentlicht und „klare Signale gesetzt hat, sie kompromisslos zu verfolgen“, sagt Albrecht Denninghoff, Autoexperte der Hypo-Vereinsbank. Konzernchef Bernd Pischetsrieder hat für 2008 ein um 4 Mrd. Euro auf 5,1 Mrd. Euro steigendes Vorsteuerergebnis versprochen und einen Arbeitsplatzabbau in Deutschland angekündigt. Auf dem Prüfstand stehen auch deutsche Komponentenwerke.

Allein mit den Vorschusslorbeeren für das Management ist der Kurssprung nach Meinung von Analysten nicht zu rechtfertigen. Indizien für die Spekulationen, VW könnte sich vom Autovermieter Europcar oder von seinen Nutzfahrzeug-Aktivitäten inklusive des Scania-Anteils trennen, gibt es dennoch nicht.

Der Konzern selbst hat nach Angaben eines Sprechers keine Hinweise darauf, dass sich ein Großinvestor mit VW-Papieren eindeckt. Darauf deuten aber die ungewöhnlich hohen Umsätze hin. In den vergangenen Tagen wurden so viele Aktien gehandelt, dass ein Einzelinvestor leicht die Schwelle von fünf Prozent überschreiten könnte. Ein Anteil von fünf Prozent ist meldepflichtig, der Käufer hat sieben Tage, sich zu offenbaren. Für den gestern kolportierten Einstieg von Kirk Kerkorian gibt es bislang keine Indizien. Gegen ein Engagement des US-Milliardärs, der mit seiner Finanzholding Tracinda einst größter Chrysler-Aktionär war und nun mit fast zehn Prozent an General Motors beteiligt ist, spricht vor allem, dass er seine Investments meist kurz nach dem Einstieg offensiv kommuniziert, dadurch das Management unter Druck setzt und den Kurs treibt.

Hinweise darauf, dass sich einer der VW-Großaktionäre mit zusätzlichen Aktien eindeckt, gibt es bislang ebenfalls nicht. Außer dem Land Niedersachsen (gut 18 Prozent) sind an dem Konzern die beiden US-Fonds Brandes mit über zehn Prozent und Capital Group mit mehr als fünf Prozent beteiligt. Beide haben sich zu Kursen zwischen 30 Euro und 40 Euro eingedeckt, die nun eher einen Ausstieg lukrativ erscheinen lassen. Als denkbar gilt ein Einstieg arabischer Investoren, die ihre hohen Gewinne aus dem Ölgeschäft anlegen müssen. VW plant in Dubai Kooperationen für die Montage von LKWs und die Fertigung von Komponenten.

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