Handybauer
Nokia gibt verhaltenen Ausblick

Weltmarktführer Nokia rechnet für kommendes Jahr mit einem weltweiten Marktwachstum bei Mobiltelefonen von rund zehn Prozent. Nokia selber will dabei seinen Marktanteil wenigstens konstant halten, sagte Vorstandschef Olli-Pekka Kallasvuo auf dem jährlichen Analystentag in Helsinki.
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DÜSSELDORF. Nokia verliert vor allem bei Smartphones mit Touchscreen kontinuierlich Boden an Anbieter wie Apple, Samsung, HTC und Blackberry. Erst vor wenigen Tagen hat Samsung einen positiven Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft gegeben, weil sich die aktuellen Smartphones besser als erhofft verkaufen. Apple ist mit seinem iPhone nach Berechnungen von Strategy Analytics zwar noch ein Neuling im Geschäft, aber aufgrund enormer Gewinnspannen bereits der profitablste Anbieter.

Nokias Anteil am Weltmarkt für Mobiltelfone lag zuletzt bei rund 38 Prozent. Der Löwenanteil des Umsatzes wird jedoch im unteren und mittleren Preissegment erzielt, dazu in Schwellenländern wie China und Indien. Ziel sei es, hieß es in Helsinki, den Verfall des durchschnittlichen Verkaufspreises zu stoppen, der im dritten Quartal bei 62 Euro pro Gerät lag. Im Jahr davor waren es nach 72 Euro.

„Ich sehe große Chancen für uns neues Wachstum zu generieren“, sagte Kallasvuo. Mit aggressiven Preisen und neuen Modellen will Nokia 2010 den Smartphonemarkt aufwirbeln, gleichzeitig die Gewinnmargen erhöhen.

„Die Vorgaben sind angemessen optimistisch“, bewertet Analyst Pierre Ferragu von Sanford C. Bernstein in London. „12 bis 14 Prozent operative Marge ist konservativ geschätzt. Ich glaube, sie werden am oberen Ende der Schätzung abliefern.“ Neben dem Geräteverkauf liegt ein Schwerpunkt auf Dienstleistungen.

Nokia will den Umsatz mit mobilen Services wie Navigation, lokalen Diensten, Software, Social Networking und anderen Angeboten bis 2011 auf rund zwei Mrd. Euro steigern, rund 300 Mio. aktive Nutzer sollen dann bei Nokia-Diensten angemeldet sein. So wie andere Anbieter war Nokia völlig unvorbereitet vom Boom der Mobilsoftware für Smartphones („Apps“) erwischt worden. Google (Android), Microsoft und Blackberry arbeiten ebenfalls mit Hochdruck daran, den Vorsprung Apples in diesem Segment aufzuholen. Nokia hat in den vergangenen Jahren mehr als eine Mrd. Euro alleine in die Akquisition von Service- und Web-Unternehmen gesteckt. Die Nokia-Aktie lag am späten Nachmittag leicht im Minus.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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