Handybauer
Nokia und Sony Ericsson enttäuschen

Ein neues Handy ist schön – man muss es aber nicht unbedingt haben. Und in wirtschaftlich schweren Zeiten sind solche Produkte für viele Menschen verzichtbar. Darunter leiden Handybauer wie Nokia und Sony Ericsson. Allerdings haben vor allem die Schweden auch hausgemachte Probleme.

DÜSSELDORF. Die etablierten Handy-Hersteller leiden unter dem zunehmenden Wettbewerb und der schlechten Konjunktur. Weltmarktführer Nokia schockte gestern bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen die Märkte mit einer gesenkten Prognose für den eigenen Marktanteil und die Marge – der Aktienkurs brach um knapp 15 Prozent ein. Die Nummer fünf des Marktes, Sony Ericsson, setzte im zweiten Quartal 40 Prozent weniger um und schrieb damit den eigenen Abwärtstrend fort.

Ein wichtiger Grund für die Probleme ist die Wirtschaftskrise. Wenn die Verbraucher sparen müssen, verzichten sie schnell auf den Kauf eines neuen Handys und nutzen ihr altes länger. Nokia und Sony Ericsson gehen davon aus, dass der Handy-Markt in diesem Jahr um zehn Prozent schrumpft.

Der zweite Grund für die Misere heißt Apple. Der Computerproduzent hat mit dem iPhone, das einen berührungsempfindlichen Bildschirm besitzt und sehr leicht zu bedienen ist, neue Maßstäbe gesetzt. Handy-Hersteller, die nicht schnell genug eigene Modelle mit Touchscreen und intuitiver Benutzerführung angeboten haben, leiden jetzt darunter. „Nokia hat Touchscreens nicht so adressiert, wie es der Markt verlangt hat“, sagt Roland Pitz von Unicredit.

Das Gleiche gilt für Sony Ericsson. Wettbewerber wie HTC oder Samsung haben sich schneller angepasst und iPhone-Kopien auf den Markt gebracht. Mit Erfolg: Sie haben in den ersten Monaten dieses Jahres Marktanteile gewonnen, während Sony Ericsson, Nokia und Motorola Federn gelassen haben.

Die Position Nokias stabilisiert sich allerdings: Der Marktanteil liegt nach Einschätzung der Finnen derzeit bei 38 Prozent und damit zwar unter der Marke von 40 Prozent des Vorjahres, aber immer noch einen Prozentpunkt höher als zu Jahresanfang. Das reicht, um die drei Verfolger in Schach zu halten: Samsung, LG und Motorola kommen zusammengenommen gerade auf Nokias Anteil.

Für das laufende Jahr hat Konzern-Chef Olli-Pekka Kallasvuo zwar mehr Handys mit Touchscreen angekündigt. Beim Marktanteil rechnet er aber nicht mehr mit einem Anstieg, sondern nur noch mit dem Niveau des Vorjahres. Auch die operative Marge soll mit zehn Prozent im ersten Halbjahr zum Jahresende nicht wie ursprünglich geplant ansteigen, sondern stabil bleiben.

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