Handyhersteller
Bei Sony Ericsson läuten die Alarmglocken

Der viertgrößte Handyhersteller Sony Ericsson bekommt den weltweiten Wirtschaftsabschwung immer stärker zu spüren. Wegen der schwachen Nachfrage rechne der Konzern im ersten Quartal mit einem Vorsteuerverlust von 340 bis 390 Millionen Euro.

STOCKHOLM. Das gebremste Konsumverhalten der Verbraucher trifft den japanisch-schwedischen Handy-Hersteller Sony Ericsson schwer: Das Gemeinschaftsunternehmen gab am Freitag eine Gewinnwarnung heraus, weil Handy-Kunden ihre Geräte nicht länger erneuern und die Händler vor Neubestellungen zunächst ihre Lagerbestände abbauen, wie das Unternehmen in London erklärte.

Im ersten Quartal dieses Jahres rechnet Sony Ericsson danach nur noch mit 14 Mio. verkauften Handys. Das wären deutlich weniger als noch die 24,2 Mio. Geräte, die Sony Ericsson im vierten Quartal vergangenen Jahres verkaufen konnte. Der Konzern geht insofern von einem Vorsteuerverlust zwischen 340 und 390 Mio. Euro aus. Analysten hatten mit einem Minus von 151 Mio. Euro im ersten Quartal gerechnet.

Und auch für den Rest des Jahres gibt der viertgrößte Handy-Hersteller der Welt keine Entwarnung: „Auf der Grundlage des ersten Quartals glauben wir, dass der globale Markt für Mobiltelefone 2009 um etwa zehn Prozent schrumpfen wird“, sagte ein Sony Ericsson-Sprecher. Mit dieser Prognose reiht sich der Konzern in die Reihe der Konkurrenten ein, die ebenfalls mit einem rund zehnprozentigen Rückgang des Marktes rechnen.

Es war trotz bereits durchgeführter Sparmaßnahmen die dritte Gewinnwarnung von Sony Ericsson innerhalb eines Jahres. Sie kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem immer wieder Gerüchte auftauchen, der schwedische Mobilfunknetz-Ausrüster Ericsson wolle sich aus dem 2000 gegründeten Joint Venture mit dem japanischen Unterhaltungselektronik-Riesen Sony ausklinken. Die Muttergesellschaften lehnten einen Kommentar ab. Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg hat zuletzt allerdings immer wieder betont, dass er an der Beteiligung an dem Handy-Hersteller festhalten wolle. Analysten schließen dagegen nicht mehr aus, dass das Gemeinschaftsunternehmen eine Kapitalspritze seiner beiden Eigner benötigen könnte.

Die Aktie von Ericsson gab zwischenzeitlich in Stockholm um mehr als acht Prozent nach, erholte sich später aber wieder etwas..

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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