Hannover Messe
Schärferes Profil überzeugt die Industrie

Mit Cebit, Automatica, Cemat oder Light and Builduing, die sich jeweils zu eigenständigen Messen entwickelt haben, hat die Hannover Messe an Potential verloren. Doch auch jetzt wieder scheint es, als wenn die traditionsreiche Industriemesse mit dem Fokus auf das Thema Automation die Weichen in die richtige Richtung gestellt hat.

BERLIN. Fast liebevoll spricht der Unternehmensberater Norbert Stoeck über die Hannover Messe: „Sie ist die Mutter aller Messen“, sagt der Fachbereichsleiter Messewesen bei Roland Berger. „Sie hat immer wieder wichtige Segmente verloren. Aber sie hat sich immer wieder gefangen.“

Vor zwei Jahrzehnten entwickelte sich die Cebit aus der Hannover Messe heraus, in der jüngsten Vergangenheit waren es Automatica, Cemat oder Light and Building, die sich zu eigenständigen Messen mauserten und damit das Ausstellerpotenzial der Hannover Messe reduzierten. Doch auch jetzt wieder scheint es, als wenn die traditionsreiche Industriemesse die Weichen in die richtige Richtung gestellt hat. „Die Messe ist kleiner geworden, hat jetzt aber einen stabilen Kern und deutlich schärfere Konturen“, so Stoeck.

Die Deutsche Messe AG sieht ihre Veranstaltung heute als „Technologieereignis für die Entwickler und Anwender industrieller Produktionstechnologien in den Fertigungs- und Prozessindustrien“. Zehn Leitmessen öffnen im Rahmen der Hannover Messe ihre Tore. Wer sich auf der Homepage über die Inhalte informiert, stößt an allen Stellen auf das Thema Automation – Fabrikautomation, Prozessautomation und Gebäudeautomation.

Viele Unternehmen sehen die Hannover Messe inzwischen als einen wertvollen Begleiter auf dem Weg zur vollautomatischen Fabrik. Um knapp zehn Prozent klettert die Zahl der Aussteller im Bereich Automation in diesem Jahr wieder. Vor allem über die Rückkehr einiger Produzenten von Robotern, die im vergangenen Jahr nicht dabei waren, freut sich Sepp Heckmann, Vorstandschef der Deutschen Messe AG. Im Wettbewerb mit der Automatica, die in diesem Jahr zum zweiten Mal in München stattfindet, sieht sich Heckmann damit gut aufgestellt. Der VDMA-Fachbereich Robotik und Automation unterstützt allerdings die Automatica und nicht mehr die Hannover Messe. „Unsere Mitglieder haben sich dort nicht mehr so wohl gefühlt, es wurde von Jahr zu Jahr unwirtschaftlicher. Hannover konnte sich nicht anpassen“, sagt Thilo Brodtmann, Geschäftsführer im VDMA-Fachverband Robotik und Automation.

Roland-Berger-Messeexperte Norbert Stoeck sieht allerdings sehr wohl eine positive Entwicklung in Hannover. „Die Messe ist nicht mehr die Industriemesse, sie musste sich dem Fachmessen-Trend anpassen“, sagt Stoeck – und er sieht darin einen Fortschritt. In Hannover sei alles zu finden, um zu entscheiden, was man zur Automation brauche. Und die globale Bedeutung ist aus Sicht von Stoeck sehr wohl geblieben. „Es ist die Messe, auf der sich die Top-Führungskräfte informieren.“

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