Hannover Messe
Vertrauen auf die eigene Stärke

Auf der Hannovermesse strotzt die deutsche Industrie vor Zuversicht. Auch der Tiefflug des US-Dollars ändert daran wenig. Zwar spüren die Unternehmen Auswirkungen auf ihren Exportmärkten. Aber viele Manager reagieren und steuern gegen.

HANNOVER. Jürgen Thumann lässt sich seinen Optimismus nicht nehmen – auch nicht von der aktuellen Dollar-Schwäche. „Wissen Sie, solange sich die Wechselkurse nicht zu schnell und zu plötzlich ändern, kann die deutsche Wirtschaft damit leben“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) dem Handelsblatt am Rande der Hannover Messe. Und holt weit aus bis zum Jahr 1968.

Damals hätte ein Dollar noch 4,20 D-Mark gekostet – grob umgerechnet in Euro wären das 2,10 Euro je Dollar. Vor sieben Jahren dann kostete ein Euro 82 US-Cent, und seitdem hat der Dollar um knapp die Hälfte auf fast 1,60 Dollar je Euro an Wert verloren. „Und trotzdem haben wir gute Chancen, in diesem Jahr zum sechsten Mal hintereinander Exportweltmeister zu werden“, gibt Thumann einen positiven Ausblick auf 2008.

Schließlich verteuere der starke Euro nicht allein die Ausfuhren, sondern er verbillige auch den Einkauf wichtiger Rohstoffe, auf die die deutsche Wirtschaft dringend angewiesen sei. Forderungen einzelner Manager, die Europäische Zentralbank müsse wegen der zunehmenden Euro-Stärke die Zinsen senken, hält der BDI-Präsident für unangebracht.

Der Grund, warum sich die deutsche Wirtschaft bisher erstaunlich gut gehalten hat, scheint in der Tat die schleichende Dollar-Abwertung gegenüber dem Euro zu sein. „Der Dollar ist nicht erst seit gestern schwach“, sagte Michael Ziesemer, Vorstandsmitglied im Elektrofachverband Automation des Branchenverbands ZVEI, in Hannover. „Wenn der Wechselkurs auf diesem Niveau bleibt, können wir uns halten.“

So sind die Exporte der deutschen Hersteller von Automatisierungsanlagen 2007 um 4,7 Prozent auf 25,6 Mrd. Euro gestiegen. Dabei gab es bei den Lieferungen in die USA einen Rückgang um 7,2 Prozent, während die Exporte nach Europa außerhalb der EU mit plus 9,2 Prozent am stärksten stiegen. Für die Schwäche der Lieferungen in die USA macht der Verband aber nicht nur den Wechselkurs, sondern auch die dortigen Konjunkturprobleme verantwortlich.

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