Hannover Messe
Windbranche hofft auf China

Nach Jahren des Booms müssen sich die Windkraftanlagen-Hersteller auf eine Flaute einstellen. Grund ist die Zurückhaltung der Banken bei der Finanzierung neuer Projekte, die vor allem zu einem scharfen Einbruch des US-amerikanischen Windmarkts führen dürfte. Wachstum kommt von woanders her.

HANNOVER. Kräftige Zuwächse erwarten Experten hingegen für den chinesischen Markt, während in Europa der Umsatz leicht absacken dürfte. Unter dem Strich könnte eine Plus von zwei Prozent bleiben, wie die dänische Marktforschungsgesellschaft MAKE errechnet hat.

Damit ist der Industriezweig, der in Deutschland rund 100 000 Menschen beschäftigt, weit von zuvor erreichten Zuwachsen entfernt. Nach Angaben des Weltwindverbands GWEC sprang die installierte Leistung im vergangenen Jahr um fast ein Drittel auf 120 Gigawatt.

Wie auch die Marktforscher legt der Windmühlen-Hersteller Nordex große Hoffnungen auf China. Die Nachfrage werde in dem Land stark steigen, sagte Vorstandschef Thomas Richterich auf der Hannover Messe. Das Unternehmen ist mit eigenen Produktionsstätten in dem Land vertreten.

Die Vereinigten Staaten hatten im vergangenen Jahr Deutschland als Windweltmeister ablösen konnten. Diesen Titel wird das Land in diesem Jahr wohl wieder verlieren, denn viele geplante Windparks liegen in den USA auf Eis. Da die Banken bei der Kreditvergabe zögern und zudem höhere Zinsen verlangen, werden in den USA und auch weltweit Projekte verschoben oder ganz abgeblasen. Ohne Fremdmittel rechnet sich aber kaum ein Windpark.

Nach Angaben Marktforschungsfirma New Energy halbierte sich im ersten Quartal das weltweit in regenerative Energieanlagen investierte Kapital auf rund dreizehn Mrd. Dollar. Erst wenn die Finanzkrise überwunden sei, werde der Markt wieder anspringen, sagte Nordex-Chef Richterich. Positive Impulse verspricht er sich von den von der neuen US-Regierung angekündigten besseren Förderung der regenerativen Energien.

Nordex musste wegen der Finanzkrise seine Prognose zurückschrauben und erwartet nun ein Umsatzplus von zehn bis 15 Prozent. Damit würde das Unternehmen stärker als der Gesamtmarkt wachsen, sagte Richterich. Er betonte aber zugleich, sollte die Nachfrage in den kommenden Monaten schwach sein, dann sei Kurzarbeit nicht ausgeschlossen.

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