Hapag-Lloyd ergänzt sich mit neuem Partner
CP Ships schreibt kanadische Geschichte

Die Reederei CP Ships hat kanadische Einwanderungsgeschichte geschrieben. Davon zeugt das Plakat im kanadischen Einwanderungsmuseum in Halifax: Ein Schiffssteward hilft einem kleinen Mädchen mit Teddybär im Arm, ein Schiff zu verlassen und kanadischen Boden zu betreten.

OTTAWA. „Canadian Pacific to Canada“ prangt auf dem Poster. Die Kurzform von „Canadian Pacific“ ist CP. Mit CP-Schiffen kamen Hunderttausende Einwanderer ins Land. Schiffe wie „Empress of Britain“ und „Empress of Canada“ stehen für diese Geschichte. Von 1891 bis 1970 kreuzten 17 Empress-Schiffe über die Ozeane.

Dabei schrieb das CP-Konglomerat, das im Herbst 2001 in fünf eigenständige Unternehmen aufgespalten wurde, zunächst Eisenbahngeschichte. 1886 durchquerte der erste Zug der CP Railways Kanada von West nach Ost. Wenige Wochen später nahm der CP-Zug in Vancouver erstmals Fracht von einem Schiff auf, das von Canadian Pacific gechartert worden war. Es war der Beginn von CP Ships.

CP Ships, bisher auf Rang 16 der Container-Reedereien, bringt in die Ehe mit der Tui-Tochter Hapag-Lloyd (Rang 15) 82 Containerschiffe ein. Gemeinsam steigen sie auf Rang fünf auf. Allein die kanadischen Containerschiffe haben eine Kapazität von 195 300 TEU – die Maßeinheit TEU (twenty-foot-equivalent-unit) bezeichnet das Volumen eines 20 Fuß langen, acht Fuß breiten und 8,5 Fuß hohen Standard-Containers. Hapag-Lloyd hat 57 Schiffe mit einer Kapazität von 215 500 TEU. CP Ships hat nach Angaben von Nadi Tadros, Analyst der kanadischen Desjardings Securities, Schiffe der mittleren Größe von 4250 TEU, Hapag-Lloyd dagegen Riesen-Frachter von 8250 TEU.

Nicht nur in der Schiffsgröße, auch bei den Routen ergänzen sich beide Unternehmen. 52 Prozent des Geschäfts erzielte CP Ships 2004 auf transatlantischen Routen. Für Hapag-Lloyd ist der Verkehr zwischen Europa und Asien der dickste Posten in den Auftragsbüchern (42 Prozent). Zusammen fahren sie weltweit auf mehr als 100 Routen.

Hauptsitz von CP Ships, das weltweit 4890 Angestellte hat, war bislang London, seit kurzem ist es Gatwick. „Aber wir sind ein kanadisches Unternehmen“, sagt eine Sprecherin. CP Ships hat für das zweite Quartal 2005 wegen gestiegener Frachtpreise und eines höheren Frachtvolumens einen Rekordgewinn von 33 Mill. US-Dollar gemeldet, nach drei Mill. Dollar im Vorjahresquartal.

Nach Einschätzung des Analysten Tadros spielt Größe für die Wettbewerbsfähigkeit in dem sich rapide konsolidierenden Containergeschäft eine entscheidende Rolle. Als Nummer fünf habe Hapag-Lloyd/CP Ships eine „signifikante Präsenz“ auf dem Markt. Es gäbe zwar einige Bedenken, dass sich die Frachtraten 2006 abschwächen könnten, meint Tadros. Hapag-Lloyd und CP Ships seien aber bisher in allen Geschäftszyklen profitabel gewesen.

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