Harte Auseinandersetzungen um Stammwerk gehen weiter
Electrolux wehrt sich gegen Streik bei AEG in Nürnberg

Einen Tag vor den neuen Verhandlungen über die Zukunft des AEG-Stammwerkes in Nürnberg verhärten sich die Fronten. Der AEG-Mutterkonzern, Electrolux aus Schweden, erwägt rechtliche Schritte gegen den Streik von 800 Arbeitnehmern, die am vergangenen Freitag aus Protest gegen die eventuelle Schließung des AEG-Werks in Nürnberg ihre Arbeit für mehrere Stunden niedergelegt hatten.

fas/hst MÜNCHEN/STOCKHOLM. „Das war ein illegaler Streik, und unsere Juristen werden sich näher anschauen, ob wir juristische Schritte einleiten“, sagte der Electrolux-Sprecher dem Handelsblatt. Der Streik habe das „Verhandlungsklima nicht verbessert“, so der Sprecher weiter.

Der Protest in Nürnberg richtete sich gegen die Pläne des weltgrößten Herstellers von Haushaltsgeräten, 13 bis 14 seiner 27 Produktionsstätten in Westeuropa in Niedriglohnländer zu verlagern. Von den Maßnahmen ist auch das AEG-Stammwerk in Nürnberg betroffen, wo 1 750 Menschen vor allem Waschmaschinen und Spülmaschinen fertigen. Die europäischen Metallgewerkschaften hatten für den vergangenen Freitag zu europaweiten Streikaktionen an Electrolux-Standorten aufgerufen. Nach Angaben der Konzernzentrale in Stockholm folgten allerdings nur Arbeitnehmer in Deutschland und Italien dem Aufruf. In Belgien, Frankreich, Großbritannien, Rumänien, Spanien und Ungarn blieben demzufolge Protestaktionen aus. Auch in Schweden, wo der Konzern massive Einschnitte plant, gab es keine Aktionen.

Demgegenüber sehen die Arbeitnehmerverteter den Arbeitskampf als Erfolg an. „Die Schweden werden nachdenklich“, sagte der Nürnberger Betriebsratschef Harald Dix dem Handelsblatt. „Für die Marke wäre eine Schließung des Stammwerkes ein Riesenschaden“, sagte der Gewerkschafter vor der neuen Verhandlungsrunde. Dennoch liegen die Positionen vor dem morgigen Treffen meilenweit auseinander. 48 Mill. Euro an Einsparungen würde nach Berechnungen von Electrolux die Verlagerung der Hausgeräteproduktion nach Osteuropa bringen. Die IG Metall ist bereit, jährlich 15 Mill. über Lohneinbußen für das Überleben des Hausgeräte-Werkes beizusteuern. „Mehr können wir nicht bieten“, sagt Dix, „das ist die Schmerzgrenze.“

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