Harte Zeiten
Stellenabbau bei Stahlkochern

Die Stahlbranche streicht Stellen. Arcelor-Mittal hat als erster Hüttenbetreiber angekündigt, viele seiner 8 000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Auch die Konkurrenten Salzgitter und Thyssen-Krupp drohen mit härteren Einschnitten.

DÜSSELDORF. Bei den Stahlproduzenten wird es nach dem Nachfrageeinbruch langsam eng. Zwar verfügen die Schwergewichte Thyssen-Krupp und Salzgitter noch über gefüllte Arbeitszeitkonten, mit Arcelor-Mittal muss aber der erste Hüttenbetreiber auf das härteste aller Mittel zurückgreifen und viele seiner 8 000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen.

Den Beschäftigten in Bremen und Eisenhüttenstadt bietet der Weltmarktführer Abfindungen im Gegenzug für ihr Ausscheiden an, wie ein Konzernsprecher dem Handelsblatt sagte. Alleine in Bremen sollen mit 900 rund ein Viertel aller Stellen gestrichen werden. Dies solle sozialverträglich umgesetzt werden, sagte der Sprecher. Der Abbau ist Teil eines Sparprogramms, dem weltweit 9 000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen.

Arcelor-Mittal wird von der Krise härter getroffen, da Wettbewerber vor einigen Monaten den Einkauf von Rohstahl bei dem Konzern zurückgefahren haben. Erst kürzlich hatte Arcelor-Mittal daher mit den Betriebsräten Kurzarbeit vereinbaren müssen.

Andere Stahlkonzerne verfügen nach dem ungewöhnlich langen Boom der Branche noch über prall gefüllte Arbeitszeitkonten. In der jetzigen schweren Zeit zehren davon Thyssen-Krupp und Salzgitter, die einige Werke über die Weihnachtsferien still legen. Dazu werden Reparaturen vorgezogen und die Konten der Beschäftigen aufgebraucht. „Bis zu drei Monaten haben wir, bis die Arbeitszeitkonten im Minus sind“, sagte ein Sprecher von Thyssen-Krupp Steel.

Der Branchenprimus hat wie Salzgitter seine Produktion derzeit um 30 Prozent zurückgefahren. Auch der Konzern aus Niedersachsen berichtet von gefüllten Konten seiner Beschäftigten.

Sollte sich die Lage aber nicht zügig aufhellen, dann drohen auch bei Salzgitter und Thyssen-Krupp härtere Einschnitte. Die Arbeitszeitkonten reichen dem Vernehmen nach bei beiden Unternehmen noch bis Ende Januar, dann müsste den Beschäftigten wohl Kurzarbeit verordnet werden.Das Wort Stellenabbau nimmt kein Vorstand der beiden Konzerne in den Mund.

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