Hartz-Nachfolge
VW hat wieder einen Personalvorstand

Volkswagen hat einen Nachfolger für Personalvorstand Peter Hartz gefunden, der im Zuge der VW-Affäre zurückgetreten war. Der Neue kommt aus dem eigenen Haus und hat beste Kontakte in die Politik.

HB WOLFSBURG. Zum neuen Arbeitsdirektor hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am Freitag den Audi-Personalmanager Horst Neumann ernannt. Das teilte der Volkswagen-Konzern am Freitag mit. Neumann, bisher Personalvorstand bei der VW-Tochter Audi, werde seinen neuen Posten zum 1. Dezember antreten. Neumann, der privat mit der SPD-Politikerin Andrea Nahles liiert ist, erhält einen Fünf-Jahres-Vertrag.

Nach dem Rücktritt von Hartzim Juli hatte VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder die Aufgaben des Personaldirektors kommissarisch übernommen. Die Suche nach einem Nachfolger für Hartz hatte sich schwierig gestaltet, auch weil zwischenzeitlich mit Porsche ein neuer Großaktionär bei Volkswagen eingestiegen war.

Gegen Hartz ermittelt seit Anfang September die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue. Ihm wird vorgeworfen, von Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von Spesen und der Finanzierung von Lustreisen gewusst und sie sogar gebilligt oder unterstützt zu haben. Hartz ist mittlerweile im Ruhestand.

In der Affäre ermittelt die Braunschweiger Staatsanwaltschaft inzwischen gegen insgesamt zehn Beschuldigte. Im Zusammenhang mit einer möglichen Begünstigung des Betriebsrats ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderen gegen den zurückgetretenen VW-Betriebsratschef Klaus Volkert wegen Beihilfe oder Anstiftung zur Untreue. Beschuldigt sind auch zwei SPD-Parlamentarier, die zugleich VW-Betriebsräte sind. Eine zentrale Figur in der Affäre ist der von VW entlassene Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer. Er war das Bindeglied des Managements zum Betriebsrat.

In der Aufsichtsratssitzung sollten die Wirtschaftsprüfer von KPMG einen Bericht über ihre Untersuchungsergebnisse in der Affäge präsentieren. IG-Metall-Chef Jürgen Peters erwartet von dem KPMG-Bericht ein Ende der „Hatz auf Betriebsräte“.

Das Ausmaß des Schadens, der VW entstanden ist, soll sich laut KPMG-Gutachten auf einen einstelligen Millionenbetrag belaufen. Das berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Beobachter waren bisher von höheren Beträgen ausgegangen. 18 Ermittler der KPMG haben seit Anfang Juli an der Aufklärung der Vorgänge gearbeitet. Allerdings gehen ihre Befugnisse weniger weit als die der Staatsanwaltschaft.

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